Der Eismeister
Eisaufbau
Eisaufbau
Diese Seite beschreibt Schritt für Schritt den Aufbau der Eisfläche in der Eishalle: von der Vorbereitung der Betonpiste über das langsame Abkühlen bis zu Farbe, Markierungen, Werbung und der empfohlenen Endstärke. Alle Hinweise sind praxisorientiert und richten sich an Betreiber, Eismeisterei und Planer.
1. Der Aufbau der Eisfläche
Der Aufbau einer Eisfläche folgt einem klar strukturierten Schichtsystem aus Grundeis, Deckeis und Abriebeis. Zunächst wird das Grundeis aufgebaut und anschließend mit einer gleichmäßigen weiß färbenden Schicht versehen, die als helles, gut sichtbares Fundament dient. Im unteren Bereich des darauf folgenden Deckeises werden die Linierungen und Spielfeldmarkierungen eingearbeitet und mit Wasser fixiert. Die Werbeflächen liegen etwas oberhalb dieser Ebene und werden ebenfalls in das Deckeis eingebettet. Abschließend folgt das Abriebeis, das während des Betriebs regelmäßig erneuert wird und die Spielfläche glatt und belastbar hält.
2. Aufbau der ersten Eisschicht in einer Eishalle
Vorbereitung der Betonpiste: Sauberkeit ist das A und O. Bevor mit dem Aufbau der Eisfläche begonnen werden kann, muss die Betonpiste gründlich gereinigt werden. Dabei ist nicht nur grober Schmutz zu entfernen – auch Klebereste, Kabelbinder, Schrauben, Farbrückstände oder andere Fremdkörper müssen vollständig beseitigt werden. Eine rückstandsfreie Oberfläche ist entscheidend für die Haftung des Eises, die gleichmäßige Eisbildung und die Vermeidung von Wärmepuffern.
3. Langsames Abkühlen der Betonfläche – Spannungsschäden vermeiden
Erst wenn die Fläche vollständig sauber und trocken ist, beginnt das Abkühlen der Betonpiste. Die Kühlung muss langsam und kontrolliert erfolgen, da beim schnellen Temperaturabfall Spannungsrisse im Beton entstehen können. Besonders bei neu gebauten Pisten ist besondere Vorsicht geboten: Je jünger der Beton, desto empfindlicher reagiert er auf thermische Spannungen.
Bewährt hat sich folgender Ablauf:
- Absenken der Temperatur auf etwa 0 °C
- Verweilen auf diesem Niveau für etwa 24 Stunden, damit sich das Material anpassen kann
- Danach langsame Weiterkühlung auf etwa −6 °C zur Vorbereitung des Eisaufbaus
4. Eisaufbau: Schicht für Schicht zum perfekten Eis
Der eigentliche Eisaufbau beginnt mit dem Aufsprühen dünner Wasserschichten auf die heruntergekühlte Betonfläche. Hierfür wird meist ein 1-Zoll-Schlauch mit Düsenkopf oder ein Sprühbalken verwendet, um das Wasser gleichmäßig zu verteilen. Die Temperatur des eingesetzten Wassers sollte nicht über 40 °C liegen – ideal ist ein Bereich zwischen etwa 20 °C und 30 °C.
5. Grundschicht, Farbe und Markierungen
Nach etwa 8 bis 10 mm Eisdicke spricht man vom Grundeis. Auf diese Schicht wird eine weiße Farbschicht aufgetragen, zum Beispiel Kreide oder spezielle Farben. Die Farbe wird idealerweise gleichmäßig mit einem Sprühbalken oder Farbaufsatzgerät verteilt; alternativ kann ein weißes Vlies als Untergrund eingesetzt werden. Anschließend wird die Farbe mit feinem Wassernebel versiegelt, damit sich Pigmente nicht lösen oder schwimmen. Zu viel Wasser kann zu einem ungleichmäßigen Muster führen, was die Optik stört.
Bei einer Eisdicke von etwa 2 cm beginnt das Einbringen der Spielfeldmarkierungen. Diese werden ebenfalls mit Wasser versiegelt. Linien, Bullykreise und andere Symbole sollten möglichst saisonübergreifend wiederverwendbar geplant werden.
6. Werbung und finale Eisdicke
Werbeflächen werden idealerweise in einer separaten Eisschicht über den Spielfeldmarkierungen eingebracht. Zwischen Markierungen und Werbung sollte eine dünne klare Eisschicht liegen, damit ein späterer Austausch der Werbung möglich ist, ohne die Linien zu beschädigen.
Wird während der Saison eine Werbefläche getauscht, kann die obere Werbeschicht vorsichtig abgetragen und neu aufgebaut werden, während die darunterliegenden Markierungen erhalten bleiben. Werbung und Markierungen dürfen nicht auf gleicher Ebene liegen, da sonst beim Entfernen der Werbung Markierungen mit abgetragen werden können.
Empfohlene Endstärke der Eisfläche aus sportlicher und energetischer Sicht: etwa 3 bis 3,5 cm. Bei kombinierten Nutzungen kann eine stärkere Schicht sinnvoll sein; mehr Eis bedeutet jedoch höheren Energieverbrauch. Daher: so dünn wie möglich, so dick wie nötig.
7. Kontrolle und Instandhaltung der Betonpiste vor dem Eisaufbau
Die Betonpiste ist die Grundlage jeder Eisfläche und sollte vor Beginn der Kühlung sorgfältig geprüft werden, idealerweise direkt nach dem Abtauen der Eisfläche. Besondere Aufmerksamkeit gilt kleinen Rissen und Abplatzungen, die im feuchten Zustand gut zu erkennen sind. Solche Schadstellen lassen sich mit geeigneten Harzen zuverlässig ausbessern. Bei größeren Rissen oder strukturellen Mängeln sollte ein Gutachter hinzugezogen werden.
Beton ist nicht gleich Beton. Für geeignete Reparaturmaßnahmen kann eine Materialanalyse erforderlich sein, insbesondere bei älteren oder stark belasteten Eissportanlagen. Eine intakte, glatte und tragfähige Betonfläche ist entscheidend für den dauerhaften Halt des Eises, den optimalen Wärmeübergang und den verzugsfreien Betrieb der Kältetechnik.
8. Thermisches Verhalten der Betonplatte in Eishallen
Die Betonplatte unter der Eisfläche bildet das Fundament der Eissporthalle. Sie wird während des Betriebs mit Kälteleitungen auf Temperaturen bis zu etwa −10 °C oder kälter heruntergekühlt. Beton zieht sich bei Kälte zusammen; diese thermische Kontraktion führt zu messbaren Längenänderungen. Bei einer Fläche von 60 x 30 Metern kann das mehrere Zentimeter ausmachen.
Um Schäden zu vermeiden, werden Dehnfugen, Gleitlager oder spezielle Bewehrungstechniken eingesetzt. Eine durchdachte Planung sorgt dafür, dass es trotz ständiger Temperaturwechsel nicht zu Rissen oder Verformungen kommt.
9. Bilder: Eisaufbau mit der Eisbearbeitungsmaschine