Der Eismeister

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Eismarkierungen – Linien und Spielfeldmarkierungen richtig ins Eis einbringen

Eismarkierungen gehören zum grundlegenden Aufbau einer Sporteisfläche. Linien, Kreise, Anspielpunkte und weitere Spielfeldmarkierungen müssen exakt vermessen, sauber eingebracht und anschließend ausreichend mit Eis überdeckt werden.

Entscheidend ist dabei nicht nur die Optik. Die Markierungen müssen während der gesamten Saison gut sichtbar bleiben und gleichzeitig so tief im Eis liegen, dass sie bei der normalen Eisaufbereitung nicht vom Hobelmesser erreicht werden.

Welche Markierungen benötigt werden, richtet sich nach der jeweiligen Sportart und dem dafür gültigen Regelwerk. Auf dieser Seite geht es deshalb vor allem um die praktische Umsetzung der Markierungen beim Eisaufbau.

Grundsatz:
Eismarkierungen sollten möglichst tief in den dauerhaften Eisaufbau eingebracht werden. Dadurch bleibt darüber ausreichend Arbeitseis für die tägliche Eisaufbereitung.

1. Was sind Eismarkierungen?

Eismarkierungen strukturieren die Eisfläche entsprechend der jeweiligen Sportart. Dazu gehören beispielsweise Linien, Kreise, Punkte, Torbereiche oder andere festgelegte Spielfeldbereiche.

Anders als Markierungen auf einem Hallenboden liegen sie nicht an der Oberfläche. Sie werden während des Eisaufbaus eingebracht und anschließend mit mehreren Eisschichten überdeckt.

Wichtig:
Die Markierungen selbst gehören nicht in das spätere Abriebeis. Diese obere Eisschicht wird während der Saison regelmäßig gehobelt und wieder aufgebaut.

2. Wann werden die Markierungen eingebracht?

Zunächst wird eine tragfähige Grundeisschicht aufgebaut und die Eisfläche gegebenenfalls weiß eingefärbt. Anschließend können die Spielfeldmarkierungen eingebracht werden.

Danach werden die Markierungen mit weiteren dünnen Wasserschichten überfroren und durch das Deckeis geschützt. Erst darüber wird das eigentliche Abriebeis aufgebaut, mit dem während der Saison gearbeitet wird.

Vereinfacht:
  1. Grundeis herstellen
  2. Eisfläche weiß aufbauen
  3. Spielfeld exakt vermessen
  4. Markierungen einbringen
  5. Markierungen vorsichtig fixieren
  6. Deckeis aufbauen
  7. Abriebeis als Arbeitsschicht herstellen

3. Markierungen richtig vermessen

Bevor Farbe oder Markierungsmaterial aufgebracht werden, muss das Spielfeld exakt vermessen werden. Maßgeblich sind immer die aktuellen Vorgaben der jeweiligen Sportart.

Besonders wichtig sind feste Bezugspunkte. Mittellinie, Längsachse, Torpositionen und weitere Hauptmaße sollten zuerst festgelegt werden. Von diesen Punkten aus können anschließend Kreise, Anspielpunkte und weitere Markierungen eingemessen werden.

  • aktuelle Spielfeldzeichnung beziehungsweise Regelwerk bereithalten
  • Mittellinie und Längsachse festlegen
  • Torpositionen kontrollieren
  • Linienverläufe mit Schnüren oder geeigneten Messmitteln vorzeichnen
  • Kreise von einem exakt bestimmten Mittelpunkt aus anlegen
  • alle Maße vor dem Einfrieren nochmals kontrollieren
Praxis-Tipp:
Das genaue Vermessen ist wichtiger als das eigentliche Aufbringen der Farbe. Eine sauber ausgeführte Linie ist wertlos, wenn sie an der falschen Position liegt.

4. Markierungen beim Eishockey

Beim Eishockey besteht die Spielfeldmarkierung aus verschiedenen Linien, Kreisen und Punkten. Ihre genaue Lage, Breite und Ausführung richtet sich nach dem jeweils gültigen Regelwerk.

Typische Markierungen sind:

  • rote Mittellinie
  • blaue Linien
  • Torlinien
  • Anspielkreise
  • Anspielpunkte
  • Torraum
  • Schiedsrichterbereich beziehungsweise weitere regelabhängige Markierungen

Gerade bei Kreisen und Anspielpunkten lohnt sich eine vorherige Schablone oder eine geeignete Markierungshilfe. Dadurch lassen sich gleichmäßige Formen deutlich einfacher herstellen.

5. Markierungen beim Curling

Curlingflächen besitzen ein eigenes Markierungssystem. Besonders auffällig sind die konzentrischen Ringe des sogenannten Hauses.

Zu den typischen Markierungen gehören:

  • House mit konzentrischen Ringen
  • Tee Line
  • Hog Line
  • Back Line
  • Centre Line

Werden Curlingmarkierungen dauerhaft in eine Mehrzweck-Eisfläche eingebaut, sollte bereits bei der Planung darauf geachtet werden, dass sie andere Sportmarkierungen möglichst wenig beeinträchtigen.

6. Markierungen beim Eisstocksport

Auch beim Eisstocksport sind festgelegte Spielfeldmarkierungen erforderlich. Dazu gehören unter anderem Abspiel- und Zielfelder sowie Begrenzungslinien.

Die genaue Ausführung richtet sich ebenfalls nach dem jeweils gültigen Regelwerk. Bei Mehrzweckeisflächen sollte darauf geachtet werden, dass zusätzliche Linien das Hauptspielfeld optisch nicht unnötig überladen.

7. Farbe oder Einlagen – mögliche Verfahren

Für das Herstellen von Eismarkierungen gibt es verschiedene Verfahren. Welche Methode verwendet wird, hängt von der Anlage, dem gewünschten Ergebnis und den verfügbaren Materialien ab.

Grundsätzlich kommen beispielsweise folgende Verfahren infrage:

  • Markierfarbe: Linien und Flächen werden direkt auf den vorbereiteten Eisuntergrund aufgetragen.
  • Vorgefertigte Einlagen: Linien, Kreise oder andere Markierungen werden als fertige Elemente auf die Eisfläche gelegt.
  • Schablonen: Besonders geeignet für Kreise, Punkte oder komplexere Formen.
Bei Markierfarben wichtig:
Es sollten ausschließlich für den Einsatz auf Eis geeignete, fettfreie Farben verwendet werden. Ungeeignete Produkte können den Verbund zwischen den einzelnen Eisschichten beeinträchtigen.

8. Markierungen fixieren und überfrieren

Nach dem Aufbringen dürfen die Markierungen beim anschließenden Wasserauftrag nicht wieder verschoben oder ausgewaschen werden.

Deshalb sollte zunächst sehr vorsichtig gearbeitet werden. Die ersten Wasserschichten dienen im Wesentlichen dazu, Farbe beziehungsweise Einlagen zu fixieren.

  • Markierungen vor dem Überfrieren kontrollieren
  • erste Wassermenge sehr gering halten
  • keinen starken Wasserstrahl direkt auf die Markierungen richten
  • jede Schicht ausreichend gefrieren lassen
  • mehrere dünne Schichten statt einer großen Wassermenge aufbringen
Grundsatz beim Eisaufbau:
Dünne Wasserschichten fördern einen kompakten Eisaufbau und reduzieren das Risiko größerer Lufteinschlüsse.

9. Einbauhöhe und Schutz vor dem Hobelmesser

Markierungen sollten möglichst tief innerhalb des dauerhaften Eisaufbaus liegen. Dadurch steht über ihnen ausreichend Deckeis und vor allem Abriebeis zur Verfügung.

Das Abriebeis ist die Arbeitsschicht des Eismeisters. Sie wird während der laufenden Saison regelmäßig mit der Eisbearbeitungsmaschine abgetragen und anschließend wieder aufgebaut.

Warum ist die Einbauhöhe so wichtig?
Liegen Markierungen zu hoch, kann das Hobelmesser sie während der Saison erreichen. Dann werden Linien beschädigt oder vollständig abgetragen. Bei ausreichend tief eingebrachten Markierungen kann das Abriebeis dagegen bearbeitet werden, ohne die Spielfeldmarkierung zu beschädigen.

10. Typische Fehler beim Einbringen

  • Markierungen vor dem Einfrieren nicht nochmals vermessen
  • Linien oder Kreise nicht exakt ausgerichtet
  • ungeeignete oder fetthaltige Farbe verwendet
  • Markierungen zu hoch im Eis eingebaut
  • zu viel Wasser beim ersten Überfrieren aufgebracht
  • Farbe durch starken Wasserauftrag ausgewaschen
  • Luftblasen oder Falten unter vorgefertigten Einlagen
  • einzelne Eisschichten nicht vollständig durchfrieren lassen
Praxis:
Fehler beim Einbringen der Markierungen lassen sich später nur mit großem Aufwand korrigieren. Deshalb lohnt sich vor dem endgültigen Überfrieren immer eine vollständige Kontrolle der gesamten Eisfläche.

11. Besonderheiten bei Außeneisflächen

Bei Außeneisflächen können Sonneneinstrahlung und Witterung zusätzlichen Einfluss auf die Markierungen und den Eisaufbau haben.

Dunkle oder kräftig gefärbte Bereiche nehmen bei Sonneneinstrahlung mehr Strahlungsenergie auf als die weiße Umgebung. Dadurch kann sich das Eis lokal stärker erwärmen.

Bei stark sonnenexponierten Außenanlagen kann es deshalb sinnvoll sein, Markierungen im Randbereich nicht unmittelbar bis an die Bande zu führen. In der Praxis werden je nach Situation Abstände von etwa 50 bis 100 cm verwendet.

Wichtig:
Diese Empfehlung betrifft insbesondere sonnenexponierte Außeneisflächen und ist kein allgemeines Maß für jede Eissportanlage. Das gültige Sportregelwerk und die örtlichen Bedingungen müssen immer berücksichtigt werden.

12. Fazit

Eismarkierungen sind ein fester Bestandteil des Eisaufbaus und sollten von Anfang an sorgfältig geplant werden. Entscheidend sind eine genaue Vermessung, geeignete Materialien, ein vorsichtiger Wasserauftrag und eine ausreichende Eisschicht über den Markierungen.

Besonders wichtig ist die richtige Einbauhöhe. Die Markierungen müssen dauerhaft geschützt sein, während das darüberliegende Abriebeis während der Saison regelmäßig bearbeitet werden kann.

Merksatz:
Erst exakt vermessen, dann sauber markieren und anschließend mit ausreichend Deckeis schützen. Gut eingebrachte Eismarkierungen bleiben die gesamte Saison sichtbar, ohne die tägliche Eispflege einzuschränken.

Stand: 16.08.2026 – Maße und Ausführung der Spielfeldmarkierungen immer anhand des aktuell gültigen Regelwerks der jeweiligen Sportart prüfen.

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