Der Eismeister

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Die Bande in der Eissporthalle – Aufbau, Sicherheit und Wartung

Die Bande ist weit mehr als die sichtbare Begrenzung einer Eisfläche. Sie gehört zu den sicherheitsrelevanten Bauteilen einer Eissportanlage, begrenzt das Spielfeld, schützt Zuschauer und bildet gemeinsam mit Schutzscheiben und Fangnetzen ein zusammenhängendes Sicherheitssystem.

Für Betreiber und Eismeister sind besonders der Zustand der Bandenelemente, Türen, Stoßleisten, Schutzscheiben und Befestigungen sowie der Übergang zwischen Bande und Eis wichtig. Schäden, hervorstehende Bauteile oder ein ungleichmäßiger Eisrand können unmittelbar Einfluss auf die Sicherheit und die Eisaufbereitung haben.

Wichtig:
Für Eishockeybanden sind neben der DIN 18036 auch die jeweils gültigen Regelwerke der Sportverbände zu beachten. Bei Liga- und Wettkampfbetrieb können zusätzliche Anforderungen des zuständigen Verbandes oder Lizenzgebers gelten.

1. Aufbau einer Bande

Eine moderne Bandenanlage besteht aus mehreren Komponenten, die gemeinsam funktionieren müssen. Aufbau und Material unterscheiden sich je nach Hersteller, Baujahr, Nutzung und gewünschter Demontierbarkeit.

Typische Bestandteile:
  • tragende Bandenkonstruktion
  • glatte innere Bandenverkleidung
  • Handlauf beziehungsweise oberer Abschluss
  • Stoßleiste im unteren Bereich – häufig als Kickleiste bezeichnet
  • Verankerungen und Verbindungselemente
  • Spieler- und Strafbanktüren
  • Maschinenzufahrt
  • Schutzscheiben beziehungsweise Bandenaufsätze
  • Fangnetze

Entscheidend ist nicht nur die Stabilität des einzelnen Bandenelements. Übergänge zwischen Elementen, Türen, Scheiben und Handlauf müssen möglichst glatt, bündig und frei von verletzungsgefährlichen Kanten ausgeführt sein.

2. DIN 18036 und IIHF-Regelwerk

Die DIN 18036 enthält in Deutschland konkrete Anforderungen an Banden für Eishockey, Eiskunstlauf, Eistanz und öffentlichen Eislauf. Darüber hinaus verweist die Norm für Eishockeybanden ausdrücklich auf die Anforderungen des internationalen Eishockeyverbandes IIHF.

„Die Banden müssen den Anforderungen des internationalen Eishockeyverbands ... entsprechen.“

Quelle: DIN 18036:2017-10, Abschnitt 5.3.5

Für einen Betreiber bedeutet das: DIN 18036 und Sportregelwerk sollten nicht gegeneinander ausgespielt werden. Je nach Nutzung müssen beide Ebenen betrachtet werden. Für Meisterschafts- und Ligabetrieb können zusätzlich nationale oder ligaabhängige Anforderungen gelten.

3. Bandenhöhe und Stoßleiste

Die DIN 18036 nennt für die Standardfläche eine umlaufende Bande mit einer Höhe von 1,10 m über der Unterkante des Eises beziehungsweise der Piste. Die aktuelle IIHF-Regel nennt dagegen als ideale Höhe 1,07 m über der Eisoberfläche.

Achtung beim Vergleich:
Die Werte dürfen nicht einfach miteinander verglichen werden, da DIN und IIHF unterschiedliche Bezugspunkte für die Messung verwenden. Bei Neubau oder Austausch einer Bande sind deshalb die konkrete Konstruktion und die für die geplante Nutzung geltenden Vorgaben zu prüfen.

Die DIN 18036 verlangt außerdem im Bereich unmittelbar über der Eisoberfläche eine auswechselbare, besonders widerstandsfähige und splitterfreie Stoßleiste mit einer Höhe von 150 bis 250 mm.

Diese häufig als Kickleiste bezeichnete Leiste ist im Betrieb besonders starken Belastungen durch Pucks, Schlittschuhe, Eis und Reinigungsarbeiten ausgesetzt.

Bei der Kickleiste regelmäßig kontrollieren:
  • Risse oder Brüche
  • hervorstehende Befestigungen
  • Verformungen
  • scharfe Übergänge
  • starken Verschleiß
  • Eisaufbau vor oder hinter der Leiste

4. Eisdamm und Befestigung

Als Eisdamm wird in der Praxis häufig der feste Sockel- beziehungsweise Randbereich der Eisfläche bezeichnet, an dem die Bandenanlage befestigt oder abgestützt wird. Die konkrete Konstruktion unterscheidet sich je nach Anlage und Bandensystem.

Entscheidend ist eine dauerhaft stabile und sichere Verbindung zum Baukörper. Gleichzeitig darf der Randbereich keine gefährlichen Spalten oder Übergänge erzeugen.

Vor dem Eisaufbau sollte dieser Bereich sauber und auf Beschädigungen kontrolliert werden. Wasser, das unkontrolliert unter Konstruktionen oder in Hohlräume gelangt, kann beim Gefrieren zu unerwünschten Eisaufbauten oder mechanischen Belastungen führen.

5. Der kritische Übergang zwischen Bande und Eis

Der unmittelbare Bandenrand gehört zu den Bereichen, die ein Eismeister besonders aufmerksam beobachten sollte. Durch Wasserauftrag, Fahrbewegungen und die begrenzte Bearbeitungsmöglichkeit unmittelbar an der Bande kann sich dort im Laufe der Saison ein erhöhter Eisrand bilden.

Typische Probleme:
  • erhöhter Eisrand entlang der Bande
  • Rinnen und Unebenheiten
  • Spalten oder Ausbrüche
  • vereiste Kickleiste
  • festfrierende Türen
  • Schiefstand der Eisbearbeitungsmaschine beim randnahen Fahren

Steht das äußere Rad der Eisbearbeitungsmaschine auf einem erhöhten Eisrand, fährt die Maschine nicht mehr waagerecht. Dadurch kann sich die Eisqualität zusätzlich verschlechtern. Der Randbereich muss deshalb regelmäßig kontrolliert und mit geeigneter Technik bearbeitet werden.

Praxis-Hinweis:
Das Abfräsen oder Abhobeln eines erhöhten Bandenrandes ist keine reine Schönheitsarbeit. Ein gleichmäßiger Rand verbessert die Arbeitsbedingungen der Eisbearbeitungsmaschine und reduziert störende Kanten.

6. Türen, Tore und Maschinenzufahrt

Türen und Bandenöffnungen gehören zu den mechanisch am stärksten beanspruchten Teilen einer Bandenanlage. Sie müssen leichtgängig funktionieren und im geschlossenen Zustand möglichst bündig mit der übrigen Bande abschließen.

Nach DIN 18036 sind Bandenöffnungen für Eisläufer und Eisbearbeitungsgeräte an geeigneten Stellen vorzusehen. Die Türen schlagen dabei nach außen auf.

„Die Türen für Eisläufer müssen auch von der Eisfläche her mit Handschutz zu öffnen sein.“

Quelle: DIN 18036:2017-10, Abschnitt 5.3.5
Kontrollpunkte:
  • Scharniere und Lagerstellen
  • Verriegelungen
  • Anschläge
  • bündiges Schließen
  • Spalten und hervorstehende Bauteile
  • Eisaufbau im Türbereich
  • Maschinenzufahrt und Fahrweg

7. Schutzscheiben und Fangnetze

Schutzscheiben und Fangnetze sollen verhindern, dass Pucks oder Personen unkontrolliert in Zuschauerbereiche gelangen. Die DIN 18036 enthält dafür konkrete Anforderungen an Höhe, Material, Übergänge und Belastbarkeit.

In den Endzonen sieht die DIN einen 2,40 m hohen Bandenaufsatz vor. Auf den Längsseiten – mit Ausnahmen im Bereich der Spielerbänke – beträgt die Höhe 1,80 m. Die DIN verlangt für diese Bandenaufsätze ein formstabiles, durchsichtiges Material und schließt Glas an dieser Stelle aus.

Zusätzlich sind in den Endbereichen Fangnetze als Zuschauerschutz vorgesehen. Die genaue Ausführung muss zur jeweiligen Halle, Tribünensituation und vorgesehenen Wettkampfnutzung passen.

Regelmäßig kontrollieren:
  • Risse und Beschädigungen
  • starke Kratzer und Sichtbeeinträchtigungen
  • lockere Halterungen
  • beschädigte Verbinder
  • wackelnde Elemente
  • Übergänge an Spieler- und Strafbänken
  • Zustand und Befestigung der Fangnetze

8. Belastungsreduzierende Bandensysteme

Bei einem Bandencheck wirken innerhalb sehr kurzer Zeit hohe Kräfte auf den Körper eines Spielers. Moderne Bandensysteme sollen deshalb bei einem Aufprall kontrolliert nachgeben und einen Teil der Belastung reduzieren.

Die DIN 18036 fordert ausdrücklich belastungsreduzierende Banden und schließt starre Systeme, die beim Aufprall nur unwesentlich nachgeben, aus.

„Starre Banden, die eine Belastung nur unwesentlich reduzieren ... sind nicht zulässig.“

Quelle: DIN 18036:2017-10, Abschnitt 5.3.7

Die BFU untersuchte verschiedene Bandensysteme mit Pendelversuchen und Crashtest-Dummys. Moderne Systeme zeigten gegenüber einer herkömmlichen Referenzbande insgesamt eine höhere Flexibilität und konnten biomechanische Belastungen reduzieren.

Dabei ist jedoch ein wichtiger Punkt zu beachten: Mehr Auslenkung bedeutet nicht automatisch weniger Belastung. Entscheidend ist das dynamische Verhalten des gesamten Systems aus Bande, Handlauf und Schutzscheibe.

Für eine Neubeschaffung wichtig:
  • nicht nur auf maximale Flexibilität achten
  • geprüfte Systeme bevorzugen
  • Bandenkonstruktion und Schutzscheiben als Gesamtsystem betrachten
  • Ersatzteilversorgung und Wartbarkeit berücksichtigen
  • Demontierbarkeit bei Mehrzweckhallen berücksichtigen

9. Typische Schäden und Sicherheitsrisiken

Schäden an einer Bande sind nicht nur ein optischer Mangel. Durch Geschwindigkeit, Körperkontakt und Stürze können bereits kleine hervorstehende Teile oder beschädigte Übergänge eine erhebliche Verletzungsgefahr darstellen.

Typische Mängel:
  • hervorstehende Schrauben oder Befestigungen
  • scharfe Kanten
  • gerissene oder gebrochene Kunststoffteile
  • beschädigte Kickleiste
  • lockere Bandenelemente
  • Türen, die nicht mehr bündig schließen
  • lockere Schutzscheiben
  • beschädigte Verankerungen
  • Spalten zwischen Bande und Eis
  • beschädigte oder lose Werbeelemente

Festgestellte Mängel sollten bewertet und abhängig von ihrer Bedeutung unverzüglich beseitigt oder der betroffene Bereich bis zur Reparatur gesichert werden.

10. Kontrolle und Wartung

Die Bande sollte während des laufenden Betriebs regelmäßig kontrolliert werden. Besondere Aufmerksamkeit ist nach Eishockeyspielen, Veranstaltungen, Umbauten, Demontagen oder erkennbaren Beschädigungen sinnvoll.

Zur betrieblichen Sichtkontrolle können gehören:
  • Bandenkörper und Verkleidungen
  • Handlauf
  • Kickleiste
  • Türen und Verriegelungen
  • Maschinenzufahrt
  • Schutzscheiben und Halterungen
  • Fangnetze
  • Verankerungen und Verbindungsteile
  • Eisrand entlang der Bande
  • Werbeelemente

Festgestellte Schäden sollten nachvollziehbar dokumentiert werden. Sinnvoll sind insbesondere Datum, genaue Position, Art des Mangels, eingeleitete Maßnahme und gegebenenfalls die spätere Reparatur.

11. Reinigung und Puckspuren

Vor allem beim Eishockey entstehen auf den weißen Bandenoberflächen dunkle Puckspuren. Hinzu kommen Schlittschuhabrieb, Staub, Klebereste und Verschmutzungen durch den normalen Hallenbetrieb.

Für die Reinigung sollten nur Mittel verwendet werden, die für das jeweilige Bandenmaterial und eventuell vorhandene Werbeflächen geeignet sind.

Bei der Reinigung beachten:
  • Herstellerangaben berücksichtigen
  • Materialverträglichkeit vorher prüfen
  • keine scharfen Werkzeuge verwenden
  • Schutzscheiben nicht mit ungeeigneten Mitteln verkratzen
  • Reinigungsmittel nicht unnötig auf die Eisfläche gelangen lassen
Praxis-Tipp:
Die Reinigung eignet sich gleichzeitig hervorragend für eine intensive Sichtkontrolle. Beim Reinigen fallen lockere Schrauben, beschädigte Platten, Risse oder nicht sauber schließende Türen häufig früher auf.

12. Werbung an der Bande

Bandenflächen gehören zu den auffälligsten Werbeflächen einer Eissporthalle. Werbung kann direkt auf geeigneten Verkleidungen, auf austauschbaren Elementen oder über speziell dafür vorgesehene Systeme angebracht werden.

Entscheidend ist, dass durch Werbung keine sicherheitsrelevanten Eigenschaften der Bande beeinträchtigt werden. Befestigungen dürfen keine scharfen Kanten oder hervorstehenden Teile erzeugen.

Bei digitalen oder LED-basierten Bandensystemen müssen zusätzlich elektrische Sicherheit, mechanische Befestigung, Wartungszugang und Schutz vor mechanischen Belastungen berücksichtigt werden.

13. Mobile und demontierbare Bandensysteme

Besonders in Mehrzweckhallen sind Bandensysteme häufig so konstruiert, dass sie außerhalb der Eissaison entfernt oder für Veranstaltungen teilweise demontiert werden können.

Bei solchen Anlagen spielt neben der Sicherheit auch die praktische Handhabung eine große Rolle. Wiederholte Montage und Demontage beanspruchen Verbindungselemente, Verankerungen, Türen und Schutzscheiben.

Nach jedem Wiederaufbau besonders prüfen:
  • korrekter Sitz der Bandenelemente
  • Verankerungen
  • Abstände zwischen den Elementen
  • Handlauf und Übergänge
  • Türen und Verriegelungen
  • Schutzscheiben
  • Fangnetze

Auch die DIN 18036 berücksichtigt eine Mehrzwecknutzung und fordert bei nicht betrieblich demontierbaren Banden ausreichende Öffnungen unter anderem für Entfluchtung und den Aufbau von Veranstaltungstechnik.

14. Hersteller und Fachlinks

Die folgende Übersicht stellt keine Empfehlung oder Rangliste dar. Bei einer Neuanschaffung sollten Betreiber technische Anforderungen, Zulassungen beziehungsweise Regelkonformität, Referenzen, Ersatzteilversorgung, Wartungsaufwand und die konkrete Hallennutzung berücksichtigen.

15. Fazit

Die Bande ist ein wesentlicher Bestandteil der Sicherheit einer Eissportanlage. Bandenkörper, Handlauf, Stoßleiste, Türen, Schutzscheiben und Fangnetze müssen als zusammenhängendes System betrachtet werden.

Für den Eismeister kommt ein weiterer Punkt hinzu: der Übergang zwischen Bande und Eis. Ein erhöhter Eisrand, Rinnen, Ausbrüche oder vereiste Türen beeinflussen nicht nur die Sicherheit, sondern unmittelbar auch die Qualität der Eisaufbereitung.

Bei Neubau oder Austausch einer Bande sollte heute außerdem die Belastungsreduzierung beim Spieleranprall berücksichtigt werden. Moderne Bandensysteme können die Belastung reduzieren, ersetzen jedoch weder ein geeignetes Gesamtkonzept noch die regelmäßige Kontrolle und Wartung.

Merksatz:
Eine gute Bande muss nicht nur stabil sein. Sie muss sicher begrenzen, Belastungen reduzieren, sauber funktionieren und sich im täglichen Betrieb zuverlässig kontrollieren und warten lassen.

Stand: 18.08.2026 – Regelwerke der Sportverbände und Anforderungen des jeweiligen Wettbewerbs sind in ihrer aktuellen Fassung zu prüfen.

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