Der Eismeister

Anzeige

Schäden in der Eisfläche reparieren – Sofortmaßnahmen während des Betriebs

Schäden in der Eisfläche können jederzeit entstehen – beim Eishockey, Eiskunstlauf, Publikumslauf, Eisstockschießen oder bei Veranstaltungen. Typische Beispiele sind kleine Löcher, herausgebrochene Eisschollen, tiefe Riefen oder beschädigte Bereiche rund um Tore und andere Einbauten.

Solche Schadstellen sollten möglichst schnell beurteilt und repariert werden. Schon kleine Unebenheiten können für Schlittschuhläufer zur Stolper- oder Sturzgefahr werden. Welche Reparaturmethode geeignet ist, hängt von Größe, Tiefe und Ursache des Schadens ab.

Eine in der Praxis eingesetzte Möglichkeit für kleine, punktuelle Schäden ist die Reparatur mit Schneematsch und anschließender schneller Abkühlung. Teilweise werden hierfür CO₂-Löscher eingesetzt. Diese Methode ist ausschließlich als Sofort- beziehungsweise Zwischenmaßnahme zu verstehen und ersetzt keinen fachgerechten Eisaufbau.

Grundsatz:
Erst den Schaden beurteilen, dann reparieren. Kleine punktuelle Schadstellen können häufig kurzfristig ausgebessert werden. Größere oder wiederkehrende Schäden müssen dagegen genauer untersucht und fachgerecht neu aufgebaut werden.

1. Typische Schäden in der Eisfläche

Nicht jeder Schaden im Eis sieht gleich aus. Je nach Nutzung können unterschiedliche Beschädigungen auftreten.

  • kleine Löcher oder Vertiefungen
  • herausgebrochene Eisschollen
  • tiefe Kratzer und Riefen
  • Risse in der Eisfläche
  • Beschädigungen im Bereich der Torpfosten
  • Ausbrüche entlang der Bande
  • Schäden durch Eisstöcke oder andere Sportgeräte
  • Beschädigungen durch Veranstaltungen, Aufbauten oder Fahrzeuge

Oberflächliche Kratzer können häufig bei der nächsten Eisaufbereitung beseitigt werden. Tiefere Löcher oder lose Eisbereiche müssen dagegen möglichst unmittelbar repariert werden.

Praxis-Tipp:
Je früher eine Schadstelle repariert wird, desto geringer ist häufig der spätere Aufwand. Wird ein kleines Loch weiter befahren, können die Kanten zusätzlich ausbrechen und der Schaden größer werden.

2. Schadstelle zuerst beurteilen

Vor der Reparatur sollte geprüft werden, wie groß und wie tief die Beschädigung tatsächlich ist. Lose oder schlecht haftende Eisstücke müssen entfernt werden, bevor neues Material eingebracht wird.

Entscheidend ist insbesondere:

  • Wie tief ist die Schadstelle?
  • Sind die angrenzenden Eisbereiche noch fest?
  • Gibt es lose oder unterhöhlte Eisschollen?
  • Ist der Untergrund beziehungsweise Beton bereits sichtbar?
  • Handelt es sich um einen einmaligen oder wiederkehrenden Schaden?

Nur eine feste und tragfähige Umgebung bietet eine geeignete Grundlage für die Reparatur.

3. Reparatur mit Schneematsch

Kleine Löcher oder punktuelle Ausbrüche können mit Schneematsch gefüllt werden. Dafür eignet sich feiner, sauberer Eisschnee aus der Eisbearbeitungsmaschine.

Der Schnee wird mit einer kleinen Menge Wasser vermischt, bis eine formbare, kompakte Masse entsteht. Sie sollte weder zu trocken noch zu flüssig sein.

Die richtige Konsistenz:
Der Schneematsch sollte sich gut verdichten lassen und in der Schadstelle liegen bleiben. Zu viel Wasser verlängert die Gefrierzeit, zu trockener Schnee kann Hohlräume zurücklassen.

Der Schneematsch wird anschließend satt in die Schadstelle eingebracht und leicht verdichtet. Dabei sollten möglichst keine Hohlräume entstehen.

Die Reparaturmasse kann zunächst leicht über das Niveau der vorhandenen Eisfläche hinaus aufgebaut werden. Nach dem Gefrieren wird der überschüssige Bereich wieder plan abgezogen.

4. Schnelles Gefrieren mit CO₂

Muss eine kleine Reparatur während eines Spiels oder einer Veranstaltung besonders schnell durchgeführt werden, wird in der Praxis teilweise ein CO₂-Löscher eingesetzt. Das austretende Kohlendioxid ist sehr kalt und kann den eingebrachten Schneematsch innerhalb kurzer Zeit stark abkühlen.

Dabei wird das CO₂ gezielt auf das Reparaturmaterial gerichtet. Es sollte nur so lange eingesetzt werden, wie dies zur Stabilisierung der kleinen Schadstelle erforderlich ist.

Wichtig:
Der CO₂-Löscher ist keine Methode für den normalen Eisaufbau und keine Lösung für großflächige Schäden. Er kann allenfalls als betriebliche Sofortmaßnahme für kleine, punktuelle Reparaturen eingesetzt werden.

Ob diese Verwendung im jeweiligen Betrieb zugelassen wird, sollte vom Betreiber festgelegt und in der Gefährdungsbeurteilung berücksichtigt werden. Ebenso sind die Herstellerangaben des eingesetzten Feuerlöschers und die betriebliche Brandschutzorganisation zu beachten.

5. Reparaturstelle glätten und kontrollieren

Nach dem Gefrieren darf die Reparatur nicht einfach sich selbst überlassen werden. Die Oberfläche muss möglichst bündig mit der umliegenden Eisfläche abschließen.

Überstehendes Material kann beispielsweise vorsichtig mit einem geeigneten Eisspachtel oder einem vergleichbaren Werkzeug abgezogen werden.

Anschließend sollte geprüft werden:

  • Ist das Reparaturmaterial vollständig fest?
  • Ist die Oberfläche eben?
  • Gibt es eine fühlbare Kante?
  • Sind noch lose Eisstücke vorhanden?
  • Ist die Schadstelle belastbar?

Erst danach sollte die Fläche wieder für den Sport- oder Publikumsbetrieb freigegeben werden.

Bei nächster Gelegenheit sollte die reparierte Stelle im Rahmen der regulären Eisaufbereitung überarbeitet und mit dünnen Wasserschichten sauber in die vorhandene Eisfläche eingebunden werden.

6. Größere Schäden richtig reparieren

Größere Ausbrüche, lose Eisplatten oder Schäden, die bis auf den Untergrund reichen, sollten nicht lediglich mit Schneematsch verfüllt werden.

In solchen Fällen muss der beschädigte Bereich zunächst vollständig freigelegt werden. Lose und nicht mehr tragfähige Eisbereiche werden entfernt, bis wieder festes Eis erreicht ist.

Anschließend wird die beschädigte Stelle schrittweise neu aufgebaut. Mehrere dünne Wasserschichten sind dabei in der Regel günstiger als eine einzige große Wassermenge, weil jede Schicht vollständig durchfrieren kann.

Grundsatz bei größeren Schäden:
Nicht einfach „zuschmieren“. Erst alles lose Eis entfernen und anschließend auf einer festen Grundlage wieder neu aufbauen.

7. Wiederkehrende Schäden – Ursache suchen

Tritt eine Beschädigung immer wieder an derselben Stelle auf, sollte nicht nur erneut repariert, sondern nach der Ursache gesucht werden.

Mögliche Ursachen können sein:

  • zu geringe Eisdicke in einem bestimmten Bereich
  • unterschiedliche Eisdicken innerhalb der Fläche
  • Temperaturunterschiede im Untergrund
  • schlechter Verbund zwischen einzelnen Eisschichten
  • Lufteinschlüsse oder Hohlstellen
  • mechanische Dauerbelastung, beispielsweise an Torverankerungen
  • zu große Temperaturänderungen der Eisfläche
Merke:
Eine Reparatur beseitigt den Schaden. Wenn der Schaden regelmäßig wiederkehrt, muss zusätzlich die Ursache beseitigt werden.

8. Arbeitsschutz beim Einsatz von CO₂

Beim Umgang mit CO₂-Löschern bestehen insbesondere Gefährdungen durch starke Kälte sowie durch erhöhte Kohlendioxidkonzentrationen in der Umgebungsluft. Kohlendioxid kann bei ausreichender Konzentration den Sauerstoffanteil der Atemluft verdrängen. Deshalb ist besonders in schlecht belüfteten oder tiefer liegenden Bereichen Vorsicht erforderlich.

Für die betriebliche Anwendung sollten insbesondere folgende Punkte berücksichtigt werden:

  • CO₂ niemals auf Personen richten.
  • Nur unterwiesene Beschäftigte einsetzen.
  • Geeignete Kälteschutzhandschuhe tragen.
  • Augen- beziehungsweise Gesichtsschutz verwenden, wenn die Gefährdungsbeurteilung dies vorsieht.
  • Ausreichende Lüftung sicherstellen.
  • Mehrere größere CO₂-Freisetzungen in geschlossenen Bereichen vermeiden.
  • Düse oder andere stark abgekühlte Bauteile nicht ungeschützt berühren.
  • Feuerlöscher anschließend entsprechend der betrieblichen Brandschutzorganisation wieder einsatzbereit herstellen beziehungsweise ersetzen lassen.

9. Praktischer Ablauf bei kleinen Schadstellen

Schritt für Schritt:
  1. Spiel- oder Publikumsbetrieb im betroffenen Bereich stoppen.
  2. Schadstelle kontrollieren und lose Eisstücke entfernen.
  3. Sauberen Eisschnee mit wenig Wasser zu Schneematsch vermischen.
  4. Schneematsch fest in die Schadstelle einbringen.
  5. Bei betrieblicher Freigabe kleine Reparaturstelle gezielt mit CO₂ herunterkühlen.
  6. Vollständiges Anfrieren abwarten.
  7. Überstehendes Material vorsichtig plan abziehen.
  8. Reparaturstelle auf Festigkeit und Ebenheit kontrollieren.
  9. Eisfläche erst danach wieder freigeben.
  10. Bei der nächsten regulären Eisaufbereitung die Stelle nochmals nacharbeiten.

10. Fazit

Schäden in einer Eisfläche gehören zum normalen Betrieb einer Eissporthalle und lassen sich nicht vollständig vermeiden. Entscheidend ist, sie frühzeitig zu erkennen, richtig einzuschätzen und entsprechend ihrer Größe fachgerecht zu reparieren.

Kleine punktuelle Schäden können häufig mit Schneematsch kurzfristig geschlossen werden. Muss es besonders schnell gehen, kann ein betrieblich freigegebener CO₂-Einsatz eine mögliche Sofortmaßnahme darstellen. Größere Ausbrüche oder wiederkehrende Schäden erfordern dagegen einen kontrollierten Neuaufbau und gegebenenfalls eine Ursachenanalyse.

Merksatz:
Eine schnelle Reparatur ist wichtig – wichtiger ist aber, dass die reparierte Stelle anschließend fest, eben und sicher ist. Bei wiederkehrenden Schäden muss zusätzlich die Ursache gefunden werden.

Stand: 16.08.2026 – regelmäßige fachliche Überprüfung empfohlen.

Anzeige