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Feuerwehrübung nach TRAS 110: Übung, Nachbesprechung und Alarmfall

Eine Feuerwehrübung in einer Eissportanlage dient dazu, den betrieblichen Alarm- und Gefahrenabwehrplan (BAGAP) praktisch zu erproben. Im Mittelpunkt steht die Frage: Funktionieren Alarmierung, Zusammenarbeit und Einweisung der Feuerwehr auch dann, wenn es wirklich zu einer Ammoniakfreisetzung kommt?

Kurz erklärt:
Der Betreiber lädt die zuständige Feuerwehr zu einer Übung ein. Gemeinsam werden Alarmierung, Zugang zum Maschinenraum, wichtige Unterlagen, Zuständigkeiten und der Ablauf im Ereignisfall geübt. Anschließend werden die Ergebnisse besprochen und notwendige Verbesserungen festgehalten.

1. Feuerwehrübung spätestens alle drei Jahre

„Im Abstand von höchstens drei Jahren ist eine Übung durchzuführen.“

Quelle: TRAS 110, Nr. 4.10 Abs. 8.

Die TRAS 110 verlangt, dass die Umsetzung des betrieblichen Alarm- und Gefahrenabwehrplans spätestens alle drei Jahre durch eine Übung erprobt wird. Die zuständige Feuerwehr ist dazu einzuladen.

Die Übung ist keine reine Besprechung im Büro. Feuerwehr und Betreiber sollen gemeinsam nachvollziehen, ob die geplanten Abläufe im Ernstfall praktisch funktionieren und ob die Feuerwehr alle wichtigen Informationen schnell erhält.

2. Was wird bei der Übung praktisch geübt?

Das konkrete Szenario richtet sich nach der jeweiligen Anlage. Denkbar ist beispielsweise eine Meldung der Gaswarnanlage, ein angenommener Ammoniakgeruch im Maschinenraum oder eine Störung außerhalb der regulären Betriebszeit.

Typische Punkte einer Feuerwehrübung:
  • Alarmierung und Meldung an Feuerwehr beziehungsweise Leitstelle
  • Zufahrt zur Eissportanlage und Zugang zum Maschinenraum
  • Treffpunkt für Feuerwehr und verantwortliche Person
  • Einweisung der Einsatzkräfte in Anlage, Gefahren und Zuständigkeiten
  • Übergabe von Feuerwehrplan, Lageplan und wichtigen Kontaktdaten
  • Standorte von Not-Aus, Lüftung, Gaswarnanlage und Absperrarmaturen
  • Alarmierung, Räumung und Sammelplätze für Beschäftigte und Besucher
  • Kommunikation zwischen Hallenbetrieb, Feuerwehr und weiteren Beteiligten

Entscheidend ist nicht, dass jede Handlung durch den Betreiber selbst ausgeführt wird. Entscheidend ist, dass Zuständigkeiten, Informationen und Grenzen der eigenen Befugnisse für alle Beteiligten klar sind.

3. Nachbesprechung und Dokumentation

Nach jeder Übung sollte eine gemeinsame Nachbesprechung stattfinden. Dabei wird besprochen, was gut funktioniert hat und an welchen Stellen Abläufe, Unterlagen oder Zuständigkeiten verbessert werden müssen.

Fragen für die Nachbesprechung:
  • War die Alarmierung vollständig und schnell genug?
  • War die Zufahrt zur Anlage jederzeit frei?
  • Wurde die Feuerwehr am richtigen Treffpunkt erwartet?
  • Waren Feuerwehrplan, Lageplan und Kontaktdaten aktuell?
  • War die Ansprechperson für Feuerwehr und Einsatzkräfte erreichbar?
  • Waren Not-Aus, Lüftung, Gaswarnanlage und Absperrstellen eindeutig benannt?
  • Welche Mängel oder offenen Punkte müssen bis wann erledigt werden?

Ergebnisse, Mängel, Zuständigkeiten und Termine sollten dokumentiert werden. Wenn sich daraus Änderungen ergeben, muss der Alarm- und Gefahrenabwehrplan entsprechend angepasst werden.

4. Ansprechperson für Feuerwehr und Einsatzkräfte

Bei einem echten Alarm benötigt die Feuerwehr eine Person, die die Eissportanlage, den Maschinenraum, die örtlichen Gegebenheiten und die vorhandenen Unterlagen kennt. Diese Person unterstützt bei der Einweisung und kann wichtige Informationen unmittelbar bereitstellen.

„… unverzüglich, umfassend und sachkundig informiert und eingewiesen werden.“

Quelle: TRAS 110, Nr. 4.10 Abs. 4.

Diese Vorgabe gilt, wenn eine Ammoniakfreisetzung außerhalb des Betriebsgeländes zu einer Gefährdung führen kann. Sie zeigt aber deutlich, warum im Alarmfall eine orts- und anlagenkundige Ansprechperson für Feuerwehr und Einsatzkräfte verfügbar sein muss.

Die TRAS 110 verwendet nicht den festen Begriff „orts- und anlagenkundige Person“. Sie verlangt jedoch, dass die Feuerwehr über Anlage, Gefahren sowie Sicherheits- und Schutzmaßnahmen informiert ist und dass der BAGAP mit ihr abgestimmt wird.

Die Ansprechperson sollte insbesondere kennen:
  • Zugänge, Fluchtwege und Sammelplätze
  • Maschinenraum, technische Nebenräume und Gefahrenschwerpunkte
  • Feuerwehrplan, Lageplan und betrieblichen Alarm- und Gefahrenabwehrplan
  • Standorte von Not-Aus, Lüftung, Gaswarnanlage und Absperrarmaturen
  • aktuelle Kontaktdaten von Betriebsleitung, Bereitschaft und Fachfirmen

Sie unterstützt die Feuerwehr bei der Einweisung, darf aber keine gefährlichen Eingriffe vornehmen, für die ihr Fachkunde, Beauftragung oder Befugnis fehlt.

Für Ammoniak-Kälteanlagen in Versammlungsstätten verlangt die TRAS 110 außerdem, dass während Betrieb und Nutzung der Versammlungsstätte eine fachkundige Aufsichtsperson anwesend ist.

5. Der BAGAP als Grundlage

Der betriebliche Alarm- und Gefahrenabwehrplan ist die Grundlage für die Feuerwehrübung. Er beschreibt, wer im Ereignisfall informiert wird, welche Maßnahmen vorgesehen sind und welche Unterlagen für Feuerwehr und Einsatzkräfte bereitstehen müssen.

Der BAGAP muss mit der Feuerwehr abgestimmt, regelmäßig überprüft und bei Bedarf aktualisiert werden. Alarmadressen und Telefonverzeichnisse müssen laufend aktuell gehalten werden.

6. Quelle und weiterführende Seiten

Quelle:

Stand: 05.10.2026 – regelmäßige fachliche Überprüfung empfohlen.

Feuerwehrübung

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