Der Eismeister
Pfandsysteme für Eislaufhilfen
Eislaufhilfen gehören in vielen Eissporthallen zur Grundausstattung. Sie erleichtern vor allem Kindern und Anfängern die ersten Schritte auf dem Eis und geben zusätzliche Sicherheit beim Erlernen der ersten Bewegungen.
Im täglichen Betrieb entsteht jedoch schnell ein organisatorisches Problem: Eislaufhilfen werden irgendwo auf der Eisfläche abgestellt, an der Bande zurückgelassen oder nicht an ihren vorgesehenen Platz zurückgebracht. Gerade vor einer Eisaufbereitung müssen liegengebliebene oder abgestellte Eislaufhilfen dann vom Personal eingesammelt werden.
Ein einfaches Pfandsystem kann dieses Problem erheblich reduzieren. Das Prinzip ist vergleichbar mit einem Einkaufswagen: Wer die Eislaufhilfe ordnungsgemäß zurückbringt, erhält sein Pfand zurück. Das Pfand ist dabei kein Kaufpreis und kein zusätzliches Nutzungsentgelt, sondern in erster Linie ein organisatorischer Rückgabeanreiz.
Ein gutes Pfandsystem soll einfach funktionieren, für Besucher verständlich sein und dafür sorgen, dass die Eislaufhilfen nach der Nutzung wieder am vorgesehenen Platz stehen.
1. Warum ein Pfandsystem sinnvoll ist
Gerade an stark besuchten Tagen befinden sich viele Eislaufhilfen gleichzeitig auf der Eisfläche. Werden sie nach der Nutzung einfach stehen gelassen, können sie andere Läufer behindern und zusätzliche Arbeit für das Hallenpersonal verursachen.
Besonders wichtig wird die Rückgabe vor der Eisaufbereitung. Bevor die Eisbearbeitungsmaschine auf die Fläche fährt, muss sichergestellt sein, dass keine Eislaufhilfe mehr auf dem Eis steht.
- Eislaufhilfen werden nach der Nutzung zurückgebracht.
- Die Hilfen stehen wieder am vorgesehenen Platz.
- Das Personal muss deutlich weniger Hilfen einsammeln.
- Die Eisfläche kann schneller für die Eisaufbereitung geräumt werden.
- Verlust und Beschädigungen können reduziert werden.
- Der Bestand bleibt für Besucher und Personal übersichtlich.
Das Pfand soll dabei nicht möglichst hoch sein. Entscheidend ist ein Betrag, der einen ausreichenden Anreiz zur Rückgabe schafft, ohne Familien unnötig zu belasten.
2. Pfandsystem 1: Einkaufswagen-Prinzip
Beim Einkaufswagen-Prinzip werden die Eislaufhilfen untereinander oder an einer festen Station verriegelt. Durch Einwurf einer Münze oder eines vorgesehenen Pfandchips lässt sich eine Eislaufhilfe entnehmen.
Nach der Nutzung wird die Hilfe wieder am vorgesehenen Platz angeschlossen. Erst durch die erneute Verriegelung wird das Pfand wieder freigegeben.
Der große Vorteil dieses Systems liegt in der weitgehend selbstständigen Organisation durch die Besucher. Wer sein Pfand zurückhaben möchte, muss die Eislaufhilfe wieder an den vorgesehenen Platz bringen.
- sehr geringer Aufwand bei Ausgabe und Rücknahme
- Besucher organisieren die Rückgabe weitgehend selbst
- fester Abstellplatz für sämtliche Eislaufhilfen
- besonders bei hohem Besucheraufkommen interessant
- weniger Einsammeln durch das Personal
Demgegenüber stehen die Anschaffung und Wartung der Verriegelungstechnik. Außerdem muss festgelegt werden, welche Münzen oder Pfandchips verwendet werden können.
Gerade unmittelbar vor einer Eisaufbereitung zeigt sich der Vorteil eines solchen Systems. Die meisten Eislaufhilfen befinden sich bereits wieder an ihrem Stellplatz und müssen nicht erst auf der gesamten Eisfläche eingesammelt werden.
3. Pfandsystem 2: Ausgabe gegen Bargeldpfand
Die zweite Möglichkeit ist die zentrale Ausgabe der Eislaufhilfen, beispielsweise über die Schlittschuhausgabe. Der Besucher hinterlegt bei der Ausgabe einen festen Bargeldbetrag und erhält diesen nach ordnungsgemäßer Rückgabe wieder zurück.
Diese Variante benötigt keine besondere Verriegelungstechnik und lässt sich deshalb auch in bestehenden Eissporthallen sehr einfach einführen.
- keine zusätzliche Verriegelungstechnik erforderlich
- einfache Einführung
- direkter Kontakt zwischen Personal und Nutzer
- Rückgabe kann unmittelbar kontrolliert werden
- beschädigte Eislaufhilfen werden schneller erkannt
Nachteilig kann insbesondere bei großem Besucherandrang der zusätzliche Aufwand an der Ausgabe sein. Außerdem müssen Pfandgeld und Rückzahlung organisatorisch sauber abgewickelt werden.
4. Pfandregeln
Die Pfandregeln sollten möglichst einfach sein und für Besucher bereits vor der Ausleihe eindeutig erkennbar sein. Lange Erklärungen oder komplizierte Sonderregelungen führen dagegen schnell zu Diskussionen an der Ausgabe.
Pro Eislaufhilfe werden 5 Euro Bargeldpfand hinterlegt. Bei ordnungsgemäßer Rückgabe erhält der Besucher die 5 Euro vollständig zurück.
Ein Bargeldpfand hat den Vorteil, dass keine persönlichen Gegenstände oder Dokumente verwahrt werden müssen.
Insbesondere Personalausweise sollten nicht als Pfand verlangt werden.
„Vom Ausweisinhaber darf nicht verlangt werden, den Personalausweis zu hinterlegen oder in sonstiger Weise den Gewahrsam aufzugeben.“
Quelle: § 1 Abs. 1 Satz 3 Personalausweisgesetz (PAuswG)
- Personalausweis oder Reisepass
- Bank- oder Kreditkarte
- Mobiltelefon
- Schlüsselbund
- andere hochwertige persönliche Gegenstände
Das Pfand ist kein Kaufpreis. Wird eine Eislaufhilfe nicht zurückgegeben oder erheblich beschädigt, bedeutet das deshalb nicht automatisch, dass mit dem Einbehalten des Pfandbetrags sämtliche möglichen Ansprüche des Betreibers abgegolten sind.
5. Nutzungsregeln
Neben der Rückgabe müssen auch die Regeln für die eigentliche Nutzung klar festgelegt werden. Eislaufhilfen sind Lernhilfen und keine Spielgeräte.
- Eislaufhilfen nur bestimmungsgemäß verwenden.
- Alters-, Größen- und Gewichtsangaben des Herstellers beachten.
- Nicht auf die Eislaufhilfe setzen oder stellen, sofern das Modell dafür nicht vorgesehen ist.
- Keine Rennen mit den Eislaufhilfen durchführen.
- Andere Besucher nicht mit der Eislaufhilfe rammen oder schieben.
- Eislaufhilfen nicht außerhalb der vorgesehenen Bereiche verwenden.
- Nach der Nutzung sofort zum vorgesehenen Rückgabeplatz bringen.
Besonders Erwachsene sollten Eislaufhilfen nur dann verwenden, wenn das jeweilige Modell ausdrücklich für ihr Gewicht und ihre Körpergröße vorgesehen ist. Eine für Kinder konstruierte Eislaufhilfe kann durch eine deutlich höhere Belastung beschädigt werden.
Bei starkem Besucheraufkommen, Eisdiscos, Wettkämpfen oder anderen besonderen Nutzungen kann es sinnvoll sein, die Ausgabe von Eislaufhilfen zeitweise einzuschränken oder vollständig einzustellen. Entscheidend sind die örtlichen Gegebenheiten und die Gefährdungsbeurteilung des Betreibers.
6. Kontrolle und Wartung
Eine Eislaufhilfe wird während einer Saison stark beansprucht. Sie wird über die Eisfläche geschoben, fällt um, wird angefahren und teilweise deutlich anders benutzt, als es ursprünglich vorgesehen war. Deshalb gehört eine regelmäßige Sichtkontrolle zum sicheren Betrieb.
- Risse und Brüche im Kunststoff
- Verformungen
- lockere Schrauben oder Verbindungselemente
- scharfe oder hervorstehende Kanten
- beschädigte Griffe
- Standfestigkeit
- Gleiter beziehungsweise Auflageflächen
- Vollständigkeit sämtlicher Bauteile
Eine beschädigte Eislaufhilfe sollte nicht provisorisch weiterverwendet werden. Sie ist aus dem laufenden Betrieb zu nehmen, eindeutig zu kennzeichnen und anschließend fachgerecht zu reparieren oder auszusondern.
Selbstgebaute Veränderungen, zusätzliche Sitzflächen oder andere nachträgliche Umbauten können die Stabilität und die bestimmungsgemäße Verwendung einer Eislaufhilfe verändern. Änderungen sollten deshalb nur entsprechend den Vorgaben des Herstellers vorgenommen werden.
7. Nummerierung und Dokumentation
Für größere Bestände empfiehlt es sich, jede Eislaufhilfe dauerhaft zu nummerieren. Dadurch lässt sich ein einzelnes Gerät eindeutig identifizieren.
Eislaufhilfe Nr. 12 weist einen Riss am linken Fuß auf. Sie kann gezielt aus dem Bestand genommen und die Reparatur oder Aussonderung dokumentiert werden.
Eine Nummerierung erleichtert außerdem:
- Inventuren
- Schadensmeldungen
- Reparaturdokumentation
- Kontrolle des Gesamtbestandes
- Nachbestellung und Ersatzbeschaffung
Eine aufwendige digitale Verwaltung ist dafür nicht zwingend erforderlich. Bereits eine einfache Liste mit Nummer, Modell, Anschaffungsjahr und festgestellten Schäden kann für den Betreiber sehr hilfreich sein.
8. Organisation im Hallenbetrieb
Das beste Pfandsystem funktioniert nur dann zuverlässig, wenn die organisatorischen Abläufe für Personal und Besucher eindeutig sind.
- ein fester Stellplatz für sämtliche Eislaufhilfen
- ein gut sichtbarer Hinweis auf den Pfandbetrag
- klare Ausgabe- und Rückgaberegeln
- regelmäßige Sichtkontrollen während des Publikumslaufs
- rechtzeitige Rückgabe vor einer Eisaufbereitung
- klare Zuständigkeit beim Personal
- beschädigte Hilfen sofort aus dem Verleih nehmen
Wir arbeiten mit einem Bargeldpfand von 5 Euro pro Eislaufhilfe. Dadurch werden nahezu alle Eislaufhilfen nach der Nutzung wieder zurückgebracht. Vor jeder Eisaufbereitung kontrollieren wir die gesamte Eisfläche trotzdem noch einmal vollständig, damit keine Eislaufhilfe auf dem Eis zurückbleibt.
Diese letzte Kontrolle ist besonders wichtig. Das Pfandsystem erleichtert die Organisation, ersetzt aber niemals die Sichtkontrolle der Eisfläche vor dem Befahren mit der Eisbearbeitungsmaschine.
9. Reinigung und Lagerung
Eislaufhilfen werden von vielen unterschiedlichen Personen angefasst und stehen während des Betriebs ständig auf einer nassen beziehungsweise mit Eisschnee bedeckten Oberfläche. Eine regelmäßige Reinigung gehört deshalb ebenfalls zum Betrieb.
- Griffe regelmäßig reinigen.
- Eisschnee und Verschmutzungen entfernen.
- nur materialverträgliche Reinigungsmittel verwenden.
- Herstellerangaben beachten.
- nach der Reinigung ausreichend trocknen lassen.
Vor Beginn einer neuen Saison bietet sich eine vollständige Kontrolle des gesamten Bestandes an. Dabei können sämtliche Eislaufhilfen gereinigt, gezählt und auf Beschädigungen überprüft werden.
Eislaufhilfen möglichst trocken, sauber und vor dauerhafter direkter Sonneneinstrahlung geschützt lagern. Kunststoffteile können durch Alterung, UV-Strahlung und ungeeignete Lagerbedingungen langfristig verspröden oder sich verformen.
10. Hersteller von Eislaufhilfen
Eislaufhilfen werden in unterschiedlichen Formen und Ausführungen angeboten. Bei der Beschaffung sollte nicht nur die Optik eine Rolle spielen. Wichtig sind insbesondere Stabilität, zulässige Belastung, Ersatzteilversorgung, Reinigung und die Eignung für den professionellen Einsatz in einer Eissporthalle.
Ein Hersteller von Eislaufhilfen ist Eiswichtel.
11. Fazit
Eislaufhilfen sind für Kinder und Anfänger eine sinnvolle Ergänzung des Publikumslaufs. Damit sie im täglichen Betrieb nicht selbst zu einem organisatorischen Problem werden, sollten Ausgabe, Nutzung und Rückgabe klar geregelt sein.
Ein Pfandsystem ist dafür eine sehr einfache und wirkungsvolle Lösung. Ob ein technisches Einkaufswagen-System oder eine zentrale Ausgabe gegen Bargeldpfand besser geeignet ist, hängt vor allem von Besucherzahlen, Personalbesetzung und den örtlichen Gegebenheiten ab.
Ebenso wichtig wie das Pfand sind regelmäßige Kontrollen der Eislaufhilfen. Risse, lockere Bauteile oder scharfe Kanten müssen rechtzeitig erkannt und beschädigte Hilfen sofort aus dem Betrieb genommen werden.
Ein Pfandsystem sorgt für die Rückgabe – regelmäßige Kontrolle sorgt für die Sicherheit.
Stand: 18.08.2026 – regelmäßige fachliche Überprüfung empfohlen.