Der Eismeister

Eisgleiter und Rollstuhlfahrer im Publikumseislauf

Einleitung

Rollstuhlfahrende sollen die Möglichkeit haben, am öffentlichen Eislauf teilzunehmen. Damit dieses Angebot sicher und angenehm gestaltet werden kann, brauchen sowohl Betreiber als auch Besucher klare Regeln und passende Hilfsmittel. Die folgenden Abschnitte geben einen Überblick über Chancen, technische Voraussetzungen und organisatorische Maßnahmen.

Warum Inklusion auf dem Eis wichtig ist

Viele Menschen verbinden Eislaufen mit Spaß, Bewegung und besonderen Erlebnissen. Für Personen mit Mobilitätseinschränkungen ist die Teilnahme jedoch oft ohne Hilfsmittel nicht möglich. Inklusive Angebote schaffen neue Zugänge, ermöglichen gemeinsame Aktivitäten mit Angehörigen oder Gruppen und fördern ein respektvolles Miteinander auf der Eisfläche.

Was sind Eisgleiter?

Eisgleiter sind stabile Vorrichtungen mit Kufen, auf denen ein manueller Rollstuhl sicher befestigt werden kann. Dadurch wird es möglich, auch ohne Schlittschuhe sicher über das Eis zu gleiten. Je nach Modell übernimmt eine Begleitperson das Schieben oder die nutzende Person bewegt sich mit Stöcken selbstständig fort.

Warum Eisgleiter wichtig sind

Eisgleiter erweitern das Angebot für Schulen, Vereine und Familien und ermöglichen barrierefreies Eislaufen. Sie fördern die Teilhabe, stärken soziale Gruppenaktivitäten und helfen dabei, Berührungsängste abzubauen. Gleichzeitig schaffen sie Momente, die ohne solche Hilfsmittel nicht möglich wären.

Inklusion als gelebte Gastfreundschaft

Ein Eisgleiter ist weit mehr als nur ein technisches Hilfsmittel; er ist ein Statement für eine offene Eishalle. Aus Sicht des Betreibers sollte dieses Angebot nicht als zusätzliche Einnahmequelle durch Leihgebühren betrachtet werden, sondern als Teil einer barrierefreien Infrastruktur – ähnlich wie eine Rampe oder ein Aufzug. Während der Rollstuhlfahrer durch den Gleiter eine sichere und gleichberechtigte Teilnahme am öffentlichen Eislauf erfährt, profitiert die Halle von einer neuen Dynamik: Inklusion zieht Gruppen, Schulklassen und Familien an, die ohne diese Möglichkeit vielleicht ferngeblieben wären. Zudem bietet der Eisgleiter dem Eismeister die nötige Sicherheit, um Rollstühle auf der Fläche überhaupt zulassen zu können. Er löst den Konflikt zwischen dem Wunsch nach Teilhabe und dem technischen Schutz der Eisoberfläche auf eine professionelle Weise.

Chancen und Dinge, die man beachten sollte

Die Inklusion und das gemeinsame Erleben von Eislaufen in Gruppen, Familien oder therapeutischen Angeboten stellen eine große Bereicherung für jede Eishalle dar. Zudem stärkt es das Portfolio einer Eishalle als moderner, barrierefreier Standort.

Gefahren ohne Eisgleiter: Ohne spezielle Eisgleiter bringen Rollstühle Schmutz oder kleine Steine aufs Eis, was das Sturzrisiko für alle massiv erhöhen kann. Zudem können die Räder durch Punktlast Spuren in der Eisoberfläche hinterlassen, die für andere ungeeignet oder gefährlich sein können. Eisgleiter eliminieren diese Risiken und schützen die Eisqualität nachhaltig.

Mögliche Lösungen und Regeln

Damit Rollstuhlfahrer sicher am öffentlichen Eislauf teilnehmen können, sollten klare organisatorische Rahmenbedingungen geschaffen werden:

  • Eigene Zeitfenster oder Randzeiten schaffen ruhige Rahmenbedingungen für alle Beteiligten.
  • Vor dem Befahren des Eises sollten die Rollstuhlreifen grundsätzlich gereinigt oder durch Überzüge geschützt werden.
  • Die Begleitung durch eine geschulte Person sollte für die Sicherheit auf der Fläche verpflichtend sein.

Spezial-Eisgleiter von Rinn Rutschen

Ein ausgereiftes und bewährtes Modell stammt aus Ilmenau in Thüringen. Der Hersteller Rinn Rutschen bietet Eisgleiter an, die speziell auf manuelle Rollstühle abgestimmt sind und je nach Fähigkeit der nutzenden Person auch das selbstständige Gleiten ermöglichen.

Organisation und Umsetzung in der Halle

Für eine reibungslose Integration im Alltag einer Eishalle empfehlen sich folgende Maßnahmen:

  • Einführung einer Online-Voranmeldung, um spezielle Zeiträume besser koordinieren zu können.
  • Durchführung einer kurzen Sicherheitseinweisung für Nutzer und Begleitpersonen vor dem Betreten des Eises.
  • Klare Beschilderung und Hinweise zu den Nutzungsregeln an der Bande und im Kassenbereich.
  • Sensibilisierung des Personals für die besonderen Anforderungen des barrierefreien Eislaufs.
  • Dokumentation von Nutzung, Wartung und Vorkommnissen.