Der Eismeister

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Qualifikationen & Trainerlizenzen im Eissport

Wer eine Eislaufschule betreibt oder Training auf dem Eis anbietet, braucht klare Regeln zur Qualifikation der eingesetzten Personen. Dabei macht es einen großen Unterschied, ob es um die ersten Schritte auf dem Eis, regelmäßiges Vereinstraining, Wettkampfvorbereitung oder leistungsorientiertes Training geht.

In Deutschland gibt es im Eiskunstlauf ein abgestuftes Lizenzsystem. Die Deutsche Eislauf-Union (DEU) beschreibt unter anderem Trainer-C-Breitensport, Trainer-C-Leistungssport, Trainer-B-Leistungssport und Trainer-A-Leistungssport. Die Ausbildung zum Trainer C liegt im Breitensport bei den Landeseissportverbänden; die Lizenzierung erfolgt nach DEU-Regelungen.

Grundsatz:
Je höher Anspruch, Risiko und Leistungsniveau, desto wichtiger sind nachweisbare Qualifikation, gültige Lizenz, Fortbildung, Versicherung, Kinderschutz und klare Aufsicht.

1. Eislaufschule, Vereinstraining und Leistungssport unterscheiden

Nicht jedes Angebot auf dem Eis hat dieselben Anforderungen. Ein Kinderkurs für Anfänger ist anders zu bewerten als ein leistungsorientiertes Sprungtraining, ein Vereinstraining oder die Vorbereitung auf Wettbewerbe.

Zu unterscheiden sind:
  • Eislaufschule / Anfängerunterricht: erste Schritte, Bremsen, Gleichgewicht, einfache Fahrübungen.
  • Vereinstraining: regelmäßiges Training mit sportlicher Entwicklung und technischen Übungen.
  • Wettkampftraining: gezielte Vorbereitung auf Prüfungen, Wettbewerbe und Programme.
  • Kader- und Leistungssport: leistungsorientiertes Training mit höheren Anforderungen an Trainerqualifikation und Betreuung.

Für Betreiber ist wichtig: Je anspruchsvoller das Training und je größer die Verantwortung gegenüber Kindern, desto weniger reicht eine rein praktische Erfahrung aus.

2. Lizenzsystem im Eiskunstlauf

Das Lizenzsystem im Eiskunstlauf orientiert sich am DOSB-Lizenzsystem und den Vorgaben der Deutschen Eislauf-Union. Die DEU-Ausbildungs- und Prüfungsordnung unterscheidet unter anderem Trainer C Breitensport, Trainer C Leistungssport, Trainer B Leistungssport und Trainer A Leistungssport.

Die Ausbildungen zum Trainer C liegen in der Verantwortung der Landeseissportverbände als Mitgliedsorganisationen der Deutschen Eislauf-Union. Die Lizenzierung erfolgt auf Grundlage der DEU-Trainerordnung.

DEU Ausbildungs- und Prüfungsordnung, sinngemäß zusammengefasst
Lizenzstufen im Überblick:
  • Trainer C Breitensport: Grundlagen- und Anfängerbereich.
  • Trainer C Leistungssport: Aufbautraining und erste leistungsorientierte Strukturen.
  • Trainer B Leistungssport: Anschluss- und Nachwuchstraining.
  • Trainer A Leistungssport: leistungsorientiertes Training auf hohem Niveau.

3. Trainer C Breitensport

Der Trainer C Breitensport ist besonders relevant für Anfängergruppen, Kinderkurse, Grundlagentraining und Angebote, bei denen es vor allem um sichere Bewegung auf dem Eis und erste technische Grundlagen geht.

Typische Einsatzbereiche:
  • Anfängerunterricht
  • Kinderkurse
  • erste Schritte auf dem Eis
  • Bremsen, Fallen, Aufstehen und einfache Fahrübungen
  • Grundlagen im Breitensport

Für eine Eislaufschule ist diese Qualifikation ein sehr sinnvoller Mindeststandard, wenn regelmäßig Unterricht angeboten wird.

4. Trainer C Leistungssport

Der Trainer C Leistungssport richtet sich stärker auf den Aufbau sportlicher Leistung. Er ist relevant, wenn Kinder und Jugendliche gezielter trainieren, Prüfungen ablegen oder in Richtung Wettbewerbe und Kaderstrukturen entwickelt werden sollen.

Typische Einsatzbereiche:
  • Aufbautraining
  • Vorbereitung auf Prüfungen
  • erste Wettbewerbe
  • technische Entwicklung über den Anfängerbereich hinaus
  • Unterstützung im Vereinstraining

5. Trainer B, Trainer A und Diplomtrainer

Trainer B und Trainer A sind im leistungsorientierten Training angesiedelt. Sie betreuen fortgeschrittene Läuferinnen und Läufer, Nachwuchskader, Junioren oder Sportlerinnen und Sportler auf höherem Leistungsniveau.

Je höher die Lizenzstufe, desto stärker der Fokus auf:
  • Technikentwicklung
  • Trainingsplanung
  • Wettkampfvorbereitung
  • Belastungssteuerung
  • langfristige Leistungsentwicklung
  • Zusammenarbeit mit Verband, Verein und Kaderstrukturen

Für normale Anfängerangebote einer Eislaufschule sind diese Lizenzstufen in der Regel nicht erforderlich. Für leistungsorientiertes Training sind sie dagegen ein wichtiger Qualitätsnachweis.

6. Eislaufassistent und Anfängerangebote

Viele Landeseissportverbände bieten niedrigschwellige Einstiegsmöglichkeiten an, zum Beispiel Workshops für Eislaufassistentinnen und Eislaufassistenten. Beim Eissport-Verband Baden-Württemberg werden solche Angebote im Bereich Aus- und Fortbildung beschrieben.

Solche Workshops können für Helferinnen und Helfer in Anfänger- und Kinderkursen sehr sinnvoll sein. Sie ersetzen jedoch nicht automatisch eine Trainerlizenz.

Geeignet für:
  • Hilfe bei Anfängergruppen
  • Unterstützung lizenzierter Trainer
  • erste methodische Grundlagen
  • Parcours und einfache Übungen
  • Betreuung unter klarer Aufsicht

7. Was bedeutet das für Betreiber einer Eislaufschule?

Bei reinen Anfängerangeboten außerhalb des Verbands- oder Wettkampfbetriebs kann der Betreiber eigene Anforderungen an das eingesetzte Personal festlegen. Das bedeutet aber nicht, dass „jeder einfach Unterricht geben sollte“.

Betreiber sollten mindestens regeln:
  • Welche Qualifikation müssen Trainer oder Helfer haben?
  • Wer übernimmt die fachliche Leitung?
  • Wie viele Personen betreuen welche Gruppengröße?
  • Wer darf Kindergruppen allein betreuen?
  • Welche Erste-Hilfe-Kenntnisse sind erforderlich?
  • Welche Regeln gelten bei Stürzen oder Verletzungen?
  • Wie wird Kinderschutz umgesetzt?
  • Wie ist der Versicherungsschutz geregelt?
  • Welche Nachweise werden dokumentiert?

Bei regelmäßigen Kursen, Kindergruppen und kostenpflichtigen Angeboten ist eine klare Organisation besonders wichtig. Qualifikation, Aufsicht und Versicherung sollten vor Kursbeginn geprüft sein.

8. Kinder, Aufsicht und Kinderschutz

Viele Eislaufschulen arbeiten überwiegend mit Kindern. Deshalb geht es nicht nur um sportliche Qualifikation, sondern auch um Aufsicht, Kommunikation, Erste Hilfe und Kinderschutz.

Wichtige Punkte:
  • angemessene Gruppengröße
  • klare Aufsichtspflicht
  • Erreichbarkeit der Eltern oder Begleitpersonen
  • Erste-Hilfe-Konzept
  • Regeln für Umkleide, Toiletten und Abholung
  • erweitertes Führungszeugnis, sofern erforderlich oder betrieblich festgelegt
  • Verhaltenskodex oder Ehrenkodex für Trainer
  • klare Beschwerde- oder Ansprechpartnerstruktur

9. Versicherung und Haftung

Vor Beginn eines Kursangebots sollte geklärt werden, wer Veranstalter ist und welcher Versicherungsschutz gilt. Das ist besonders wichtig, wenn Trainer freiberuflich tätig sind, Vereine Kurse anbieten oder die Halle selbst als Betreiber der Eislaufschule auftritt.

Zu klären sind insbesondere:
  • Wer ist Veranstalter des Kurses?
  • Sind Trainer angestellt, ehrenamtlich oder selbstständig tätig?
  • Besteht eine Haftpflichtversicherung?
  • Sind Teilnehmerunfälle abgesichert?
  • Gilt der Versicherungsschutz auch bei nicht lizenzierten Helfern?
  • Wer dokumentiert Unfälle und Vorfälle?
  • Welche Regeln gelten bei Fremdtrainern oder Vereinen?

10. Welche Nachweise sollte der Betreiber dokumentieren?

Für einen professionellen Betrieb reicht es nicht, mündlich zu wissen, „wer gut Schlittschuh laufen kann“. Wichtige Nachweise sollten geordnet vorliegen.

Sinnvolle Nachweise:
  • Trainerlizenz oder Teilnahmebescheinigung
  • Fortbildungsnachweise
  • Erste-Hilfe-Nachweis
  • Versicherungsnachweis
  • erweitertes Führungszeugnis, sofern erforderlich oder festgelegt
  • unterzeichneter Ehrenkodex oder Verhaltenskodex
  • Einweisung in Hallenregeln und Notfallabläufe
  • Regelung zur Aufsicht und Gruppengröße
  • Dokumentation von Unfällen oder besonderen Vorfällen

11. Fortbildung und Lizenzverlängerung

Trainerlizenzen sind nicht als einmaliger Nachweis zu verstehen. Fortbildungen dienen der Aktualisierung von Wissen, Methodik, Sicherheit und Verbandsthemen.

Der Eissport-Verband Baden-Württemberg bietet im Bereich Eiskunstlauf Aus- und Fortbildungen für Trainer C Breitensport und Leistungssport an und veröffentlicht entsprechende Termine und Ausschreibungen.

12. Eiskunstlauf, Eishockey und andere Eissportarten

Dieser Artikel bezieht sich vor allem auf Trainerqualifikationen im Eiskunstlauf und auf Eislaufschulen mit Schwerpunkt Anfängerunterricht. Für Eishockey, Eisschnelllauf, Curling oder Eisstocksport gelten eigene Verbandsstrukturen und Ausbildungswege.

Wichtig:
Wer Training in einer bestimmten Eissportart anbietet, sollte immer die Vorgaben des zuständigen Fachverbandes prüfen.

13. Die 10 wichtigsten Regeln

  • ✅ Anfängerunterricht ist nicht dasselbe wie Leistungssporttraining.
  • ✅ Qualifikation muss zur Zielgruppe passen.
  • ✅ Eine Trainerlizenz ist ein wichtiger Qualitätsnachweis.
  • ✅ Helfer sollten klar angeleitet und beaufsichtigt werden.
  • ✅ Bei Kindern sind Aufsicht und Kinderschutz besonders wichtig.
  • ✅ Erste Hilfe muss organisiert sein.
  • ✅ Versicherung vor Kursbeginn klären.
  • ✅ Nachweise dokumentieren.
  • ✅ Fortbildungen und Lizenzgültigkeit prüfen.
  • ✅ Für jede Eissportart den zuständigen Verband beachten.

Die folgenden Links führen zu offiziellen Verbandsinformationen.

Deutsche Eislauf-Union
Website Öffnen
Eissport-Verband BW
Website Öffnen

15. Fazit

Trainerqualifikation im Eissport muss zur Aufgabe passen. Für die ersten Schritte auf dem Eis können gut angeleitete Helfer sinnvoll sein. Für regelmäßige Kurse, Vereinstraining und leistungsorientierte Angebote sind lizenzierte Trainer und dokumentierte Nachweise deutlich wichtiger.

Betreiber einer Eislaufschule sollten deshalb nicht nur fragen, ob jemand gut Schlittschuh laufen kann, sondern ob Qualifikation, Aufsicht, Versicherung, Erste Hilfe, Kinderschutz und Verantwortlichkeiten sauber geregelt sind.

Stand: 01.07.2026 – regelmäßige fachliche Überprüfung empfohlen.

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