Eine Eisbearbeitungsmaschine erneuert die Oberfläche einer Eisfläche in
mehreren aufeinander abgestimmten Arbeitsschritten. Sie trägt eine dünne
Schicht Eis ab, nimmt den entstehenden Eisschnee auf, reinigt die
Oberfläche je nach Ausstattung und bringt anschließend neues
Eisbereitungswasser auf.
Das Grundprinzip ist bei vielen Maschinen ähnlich. Die technische
Ausführung kann sich jedoch deutlich unterscheiden – beispielsweise beim
Schneetransport, beim Waschwassersystem, bei der Messerverstellung und
beim Wasserauftrag. Deshalb ersetzt diese Übersicht nicht die
Bedienungsanleitung und Einweisung für das jeweilige Maschinenmodell.
1. Arbeitsablauf im Überblick
Während einer Fahrt laufen mehrere Arbeitsschritte gleichzeitig oder
unmittelbar hintereinander ab:
Der Conditioner wird auf die Eisfläche abgesenkt.
Das Hobelmesser trägt eine dünne Schicht der Eisoberfläche ab.
Der entstehende Eisschnee wird aufgenommen und zum Schneetank transportiert.
Ein vorhandenes Waschwassersystem reinigt die abgehobelte Oberfläche.
Frisches Eisbereitungswasser wird gleichmäßig aufgetragen.
Der dünne Wasserfilm gefriert und bildet eine erneuerte Eisoberfläche.
Wichtig: Eine Eisbearbeitungsmaschine trägt nicht nur
Wasser auf. Der Eisabtrag ist notwendig, damit Riefen, Schmutz und
Unebenheiten nicht bei jeder Eisbereitung weiter überdeckt werden.
2. Conditioner und Hobelmesser
Der Conditioner, häufig auch Hobelschlitten genannt, befindet sich am
hinteren Teil der Eisbearbeitungsmaschine. Er führt das Hobelmesser über
die Eisfläche und nimmt den abgehobelten Eisschnee auf.
Das Hobelmesser entfernt eine dünne Schicht beschädigten Eises. Dabei
werden Riefen, Spuren, Schnee und kleinere Unebenheiten abgetragen. Die
erforderliche Hobeltiefe ist nicht bei jeder Fahrt gleich.
Zustand und Beanspruchung der Eisfläche
Riefen, Löcher und Unebenheiten
Aktuelle und gewünschte Eisdicke
Schärfe und Zustand des Hobelmessers
Fahrgeschwindigkeit
Leistungsfähigkeit des Schneetransports
Herstellerangaben der jeweiligen Maschine
Sicherheit: Ein Hobelmesser ist sehr scharf. Kontrolle,
Reinigung, Messerwechsel und Einstellungen dürfen nur bei gesicherter
Maschine und nach der jeweiligen Betriebsanweisung erfolgen.
3. Aufnahme und Transport des Eisschnees
Der beim Hobeln entstehende Eisschnee wird im Conditioner gesammelt. Bei
vielen Maschinen transportiert eine horizontale Schnecke den Schnee von
den Seiten zur Mitte. Anschließend fördert eine vertikale Schnecke oder
ein vergleichbares Fördersystem das Material in den Schneetank.
Horizontale Schnecke: sammelt den Eisschnee über die
Arbeitsbreite des Conditioners.
Vertikale Schnecke oder Fördertechnik: transportiert
den Schnee nach oben in den Schneetank.
Schneetank: nimmt den abgehobelten Eisschnee auf und
wird nach der Eisbereitung an der vorgesehenen Schneegrube entleert.
Bei zu tiefem Eisabtrag oder zu hoher Fahrgeschwindigkeit kann mehr Schnee
entstehen, als das Fördersystem zuverlässig aufnehmen kann. Mögliche
Folgen sind liegengebliebener Schnee, Verstopfungen oder ein
ungleichmäßiges Arbeitsergebnis.
4. Waschwasser und Eisbereitungswasser
Waschwasser und Eisbereitungswasser erfüllen unterschiedliche Aufgaben.
Nicht jede Eisbearbeitungsmaschine besitzt ein Waschwassersystem. Ist
eines vorhanden, unterstützt es die Reinigung der nach dem Hobeln
verbleibenden Eisoberfläche.
Waschwasser: löst feinen Schnee, Abrieb und
Verunreinigungen aus den Rillen der Eisoberfläche.
Saugleiste oder Gummilippe: nimmt das verschmutzte
Wasser wieder auf.
Pumpe und Filter: fördern und reinigen das
aufgenommene Waschwasser je nach Maschinensystem.
Eisbereitungswasser: wird anschließend als neuer
Wasserfilm aufgetragen und gefriert zur erneuerten Eisoberfläche.
Ein Waschsystem kann zu einer klareren und saubereren Eisfläche beitragen.
Die Wirkung hängt jedoch vom Zustand von Düsen, Filter, Leitungen, Pumpen,
Saugleiste und Schlepptuch ab.
5. Wasserauftrag und Schlepptuch
Nach dem Hobeln und einem möglichen Waschvorgang wird Eisbereitungswasser
möglichst gleichmäßig auf die Oberfläche aufgebracht. Der Wasserfilm
schließt feine Riefen und bildet nach dem Gefrieren die neue
Eisoberfläche.
Wasserauftrag mit Schlepptuch
Bei einer klassischen Bauweise gelangt das Wasser über eine
Wasserverteilungsleiste hinter dem Conditioner auf das Eis. Ein
Schlepptuch verteilt den Wasserfilm über die gesamte Arbeitsbreite.
Schlepptuch sauber und frei von Fremdkörpern halten.
Auf gleichmäßige Abnutzung und korrekten Sitz achten.
Festgefrorene, beschädigte oder gefaltete Tücher rechtzeitig ersetzen.
Wasserauftrag mit Düsen oder Sprühsystem
Je nach Maschinenmodell kann das Eisbereitungswasser auch über Düsen
oder ein spezielles Sprühsystem verteilt werden. Manche Maschinen
kombinieren mehrere Systeme oder bieten sie als Sonderausstattung an.
Wassertemperatur und Wassermenge: Es gibt keine
allgemeingültige Einstellung für jede Eishalle. Maßgeblich sind
Wasserqualität, Hallenklima, Eistemperatur, gewünschte Eisqualität,
Energieeinsatz und die Vorgaben des Maschinenherstellers.
6. Zusammenspiel von Einstellungen und Fahrweise
Ein gutes Ergebnis entsteht nur durch das Zusammenspiel von Hobeltiefe,
Messerzustand, Fahrgeschwindigkeit, Wasserauftrag und Fahrmuster.
Veränderungen an einer Einstellung wirken sich meist auf mehrere Bereiche
der Eisbereitung aus.
Zu geringer Eisabtrag: Riefen und Unebenheiten bleiben
bestehen; die Eisdecke kann durch wiederholten Wasserauftrag anwachsen.
Zu großer Eisabtrag: belastet Messer, Schnecken und
Schneetank stärker und kann die Eisdicke zu schnell verringern.
Zu viel Wasser: kann die Gefrierzeit verlängern und
weiche oder unruhige Bereiche verursachen.
Zu wenig Wasser: füllt Riefen und beschädigte Bereiche
möglicherweise nicht ausreichend.
Ungleichmäßige Fahrgeschwindigkeit: kann zu
unterschiedlichen Schichtstärken führen.
Zu geringe Überlappung: kann Kanten zwischen den
einzelnen Fahrbahnen hinterlassen.
Besonders an den Banden, in den Torräumen und in Kurven kann sich die
Eisdicke anders entwickeln als auf geraden Fahrbahnen. Wiederkehrende
Fahrmuster sollten deshalb regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst
werden.
7. Vorbereitung und tägliche Kontrolle
Eine gute Eisbereitung beginnt vor der Fahrt. Vor dem Einsatz sollten
Eisfläche, Maschine und Arbeitsumgebung kontrolliert werden.
Fremdkörper wie Pucks, Werkzeuge oder Abfälle von der Eisfläche entfernen.
Hobelmesser, Conditioner-Kufen und Sicherheitsverkleidungen kontrollieren.
Schlepptuch, Saugleiste und Wasserverteilung prüfen.
Schnecken, Fördersystem und Schneetank auf Beschädigungen prüfen.
Wasserstände, Waschwassersystem und sichtbare Undichtigkeiten kontrollieren.
Reifen, Bremsen, Beleuchtung und Warnsysteme gemäß Betriebsanweisung prüfen.
Bei elektrischen Maschinen Ladezustand, Batterie und Ladebereich beachten.
Der genaue Umfang der täglichen Kontrolle ist vom Maschinenmodell
abhängig. Die Hersteller-Checkliste und die betriebliche
Betriebsanweisung haben immer Vorrang.
8. Typische Fehlerbilder auf der Eisfläche
Ein auffälliges Ergebnis auf der Eisfläche kann verschiedene Ursachen
haben. Die folgenden Beispiele dienen als erste Orientierung, ersetzen
aber keine systematische Fehlersuche.
Durchgehende Riefen: möglich sind ein stumpfes,
beschädigtes oder falsch eingestelltes Hobelmesser.
Streifen im Wasserfilm: möglich sind verstopfte Düsen,
eine verschmutzte Wasserleiste oder ein gefaltetes Schlepptuch.
Kanten zwischen Fahrbahnen: können durch zu geringe
Überlappung oder unterschiedliche Fahrgeschwindigkeiten entstehen.
Liegengebliebener Eisschnee: kann auf eine Überlastung
oder Störung des Schneetransports hinweisen.
Trübe Eisfläche: möglich sind eine unzureichende
Reinigung, verschmutztes Wasser oder Ablagerungen im Wassersystem.
Langsam gefrierende Bereiche: können durch zu viel
Wasser, hohe Hallenlasten oder ungleichmäßige Schichtstärken entstehen.
Erhöhter Eisrand an der Bande: kann auf eine
unzureichende Bearbeitung des Randbereichs hinweisen.
Praxis-Hinweis: Ein Fehlerbild hat selten nur eine
Ursache. Vor einer Veränderung an der Maschine sollten Messerzustand,
Wasserauftrag, Fahrweise, Eiszustand und Herstellerangaben gemeinsam
geprüft werden.
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