Der Eismeister
Eis-Temperaturen
Eis-Temperaturen
Die Temperatur des Eises beeinflusst maßgeblich die Eisqualität, die Sicherheit der Sportler, die Energieeffizienz und die Haltbarkeit der Eisfläche. Ein zu warmes Eis führt zu weichem, stumpfem Untergrund – zu kaltes Eis wird spröde und bruchanfällig. Eine konsequente Temperaturüberwachung gehört daher zu den wichtigsten Aufgaben des Eismeisters.
Warum die Eistemperatur so wichtig ist Einflussfaktoren auf die Eistemperatur Messgeräte zur Temperaturkontrolle Protokollieren der Temperaturwerte Messpunkte & Messroutine Vergleich zwischen Soll- und Istwerten Energieeffizienz durch Temperatursteuerung Direkte vs. indirekte Kühlung PSA beim Betreten der Eisfläche Empfohlene Eistemperaturen nach Disziplin
Warum die Eistemperatur so wichtig ist
Die Temperatur des Eises hat direkten Einfluss auf die Qualität der Eisfläche, die Sicherheit der Sportler und die Energieeffizienz der Kälteanlage. Zu hohe Temperaturen führen zu weichem Eis, während zu niedrige Temperaturen unnötig Energie kosten und das Eis spröde machen.
Einflussfaktoren auf die Eistemperatur
- Optimale Temperatur: Die Oberflächentemperatur liegt je nach Nutzung zwischen –3 °C und –9 °C.
- Sportart: Eishockey benötigt härteres Eis, Eiskunstlauf bevorzugt weicheres Eis.
- Luftfeuchtigkeit & Umgebung: Zuschauer, Raumhöhe, Luftbewegung und Außentemperatur beeinflussen die Eisqualität.
Messgeräte zur Temperaturkontrolle
Zur Temperaturmessung eignen sich digitale Messgeräte mit Tauchfühler, Oberflächenfühler oder Infrarot-Thermometer. IR-Stoßmessungen eignen sich besonders für die schnelle tägliche Routinekontrolle.
Protokollieren der Temperaturwerte
Ein Messprotokoll hilft, lokale Unterschiede und Verlaufstrends festzustellen. Eine Skizze der Eisfläche schafft Übersicht und erleichtert die Dokumentation gegenüber Behörden oder Versicherungen.
Messpunkte & Messroutine
- 8–12 feste Messpunkte:
- Mittelkreis
- Bullypunkte je Drittel
- Vier Hallenecken
- Bereiche vor Spieler- und Strafbänken
- Immer gleiche Reihenfolge
- Messzeitpunkt: 20–30 min nach der Eisaufbereitung
Vergleich zwischen Soll- und Istwerten
Ein Feld für Sollwerte (z. B. Verdampfertemperatur) im Protokoll erleichtert das Erkennen von Abweichungen. So können Störungen frühzeitig identifiziert werden.
Hinweis: Die tatsächliche Oberflächentemperatur liegt meist ca. 2 °C über der Betonkern-Temperatur.
Energieeffizienz durch Temperatursteuerung
Eine gute Temperaturplanung reduziert Stromkosten und verbessert die Haltbarkeit der Eisfläche. Da Temperaturveränderungen träge ablaufen, lohnt sich ein planvoller Betrieb besonders bei wechselndem Nutzungsprofil.
Direkte vs. indirekte Kühlung
Bei einer direkten Kühlung (Ammoniak im Rohrregister) reagiert die Eisfläche besonders schnell auf Temperaturwechsel – ideal bei häufig wechselnden Anforderungen.
Bei einer indirekten Kühlung (z. B. Sole/Glykol) sind Änderungen deutlich träger.
PSA beim Betreten der Eisfläche
Beim Betreten der Eisfläche – für Messungen, Reparaturen oder Kontrollen – muss der Eismeister geeignete PSA tragen. Das Unfallrisiko auf glatter Fläche ist deutlich erhöht.
- Spikes oder rutschfeste Überziehsohlen für sicheren Stand
- Helm als Schutz bei Stürzen oder Zusammenstößen
- Eng anliegende, warme Arbeitskleidung
- Handschuhe zum Schutz vor Kälte und mechanischer Belastung
- Warnweste bei laufendem Publikumsverkehr
Welche PSA verpflichtend ist, ergibt sich aus der Gefährdungsbeurteilung der jeweiligen Anlage.
Empfehlung von Eistemperaturen nach Disziplin
Eishockey:
- Temperatur: –8 °C bis –6 °C
- Konstant halten für optimale Härte und Gleitverhalten.
Eiskunstlauf:
- Temperatur: –4 °C bis –3 °C
- Weicheres Eis → besserer Kantenhalt, geringeres Verletzungsrisiko.
Publikumslauf:
- Temperatur ca. –3 °C
- Etwas weicheres Eis gibt mehr Sicherheit für ungeübte Läufer.
Curling:
- Temperatur: –4 °C bis –6 °C
- „Peppled Ice“ durch Wassertropfenbesprühung.
Eisstocksport / Eisstockschießen:
- Temperatur: –3 °C bis –6 °C
- „Riefen-Eis“ sorgt für kontrolliertes Gleiten.