Der Eismeister
Vergleich von Ammoniak und Frigenen in Kälteanlagen
Vergleich von Ammoniak und Frigenen in Kälteanlagen
In Kälteanlagen kommen unterschiedliche Kältemittel zum Einsatz. Besonders relevant ist der Vergleich zwischen Ammoniak und sogenannten Frigenen, also fluorierten Kältemitteln wie FCKW, HFKW oder HFO. Beide Stoffgruppen unterscheiden sich deutlich hinsichtlich Wahrnehmbarkeit, Verhalten in der Luft und Sicherheitsrisiken. Diese Übersicht zeigt die wichtigsten praktischen Unterschiede für Betreiber von Eissporthallen und technischen Anlagen.
Sensorische Wahrnehmbarkeit
Ammoniak besitzt einen deutlich stechenden Geruch und ist schon in kleinen Mengen wahrnehmbar. Ein Austritt wird daher meist früh erkannt. Frigene hingegen sind geruchlos und werden vom Menschen nicht wahrgenommen, was die Früherkennung von Leckagen erschwert. In der Praxis bedeutet das: Ein Frigenverlust kann bereits erheblich sein, bevor er bemerkt wird.
Verhalten in der Luft
Ammoniak ist leichter als Luft und steigt bei einem Austritt nach oben. In Maschinenräumen müssen Gaswarnsensoren daher bevorzugt im oberen Bereich angebracht werden. Frigene sind dagegen schwerer als Luft und sammeln sich am Boden. Gaswarnanlagen für Frigene müssen daher bodennah installiert werden. Die Positionierung der Sensorik ist entscheidend für die rechtzeitige Detektion.
Sicherheitsrisiken durch Verdrängung von Sauerstoff
Frigene können bei größeren Leckagen Sauerstoff aus der Atemluft verdrängen. Dadurch kann sich eine sauerstoffarme Atmosphäre bilden, die zu Erstickungsgefahr führt. Dieses Risiko besteht insbesondere in schlecht belüfteten Räumen oder Schächten. Ammoniak ist ebenfalls gefährlich, verdrängt jedoch in der Regel nicht im gleichen Maße Sauerstoff. Dafür wirkt es toxisch und reizend, was seine eigenen Schutzmaßnahmen notwendig macht.
Fazit: Welcher Stoff ist sicherer?
Beide Stoffgruppen haben spezifische Vor- und Nachteile. Ammoniak ist natürlich, effizient und früh wahrnehmbar, erfordert jedoch besondere Schutzmaßnahmen wie PSA, Gaswarntechnik und Schulungen. Frigene gelten als einfach handhabbar, sind jedoch unsichtbar, geruchlos und können Sauerstoff verdrängen – ein erhebliches Risiko. Welches Kältemittel geeignet ist, hängt vom Einsatzzweck, der Anlage, der Umgebung und dem sicherheitstechnischen Konzept ab.