Der Eismeister
Entölung des Abscheiders im Maschinenraum
Entölung des Abscheiders im Maschinenraum
Die Entölung des Abscheiders ist eine essenzielle Wartungsmaßnahme, um zu verhindern, dass Öl in den Kältekreislauf gelangt und Leitungen oder Wärmeübertrager zusetzt. Gleichzeitig gehört die Tätigkeit zu den gefährdungsträchtigen Arbeiten an der Ammoniak-Kälteanlage und muss deshalb sorgfältig geplant, abgesichert und dokumentiert werden.
Bedeutung der Entölung des Abscheiders
Die Entölung des Abscheiders verhindert, dass Kältemaschinenöl in den Kältekreislauf mitgerissen wird, die Rohrleitungen verstopft oder die Wärmeübertragung verschlechtert. Im Störungsfall kann ein fehlender Ölhaushalt außerdem zu Kompressorschäden führen.
Rechtliche Grundlagen und Gefährdungsbeurteilung
Grundlage für die Festlegung der Entölungsintervalle und der Schutzmaßnahmen sind die Gefährdungsbeurteilung, die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV), die Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) sowie die Betriebsanleitungen von Kälteanlage, Abscheider und Verdichter.
„Für Tätigkeiten, bei denen eine Freisetzung von Ammoniak nicht ausgeschlossen werden kann, hat der Betreiber geeignete persönliche Schutzausrüstung bereitzustellen und deren Verwendung in der Betriebsanweisung festzulegen.“ – TRAS 110 (sinngemäß)
Vorbereitung, Notdusche und PSA
Vor jeder Entölung sind Notdusche und Augendusche im Zugangsbereich zum Maschinenraum auf Funktionsfähigkeit zu prüfen. Ebenso muss die gesamte PSA auf Dichtheit, Vollständigkeit und Funktionsfähigkeit kontrolliert werden.
- Ammoniakresistente Schutzhandschuhe
- Vollgesichts-Atemschutzmaske mit geprüftem Filter
- Lange Arbeitskleidung und Sicherheitsschuhe
Entölung nur im Zwei-Personen-Team
Die Entölung darf ausschließlich im Zwei-Personen-Team durchgeführt werden:
- Eine Person entölt am Abscheider (mit vollständiger PSA).
- Eine Person überwacht an der Tür mit einsatzbereiter PSA.
Empfohlene Intervalle und Ablauf der Entölung
Die Entölung sollte erfolgen:
- mindestens einmal pro Monat,
- zusätzlich vor längeren Stillständen,
- immer nach Herstellervorgabe,
- und abhängig vom Ölverbrauch: Wer viel Öl nachfüllt, muss auch häufiger entölen.
Zwischen Ölnachfüllung und Entölung besteht ein direkter Zusammenhang. Ein steigender Ölverbrauch führt zwangsläufig zu einem höheren Ölanteil im Abscheider. Daher ist es wichtig, die Intervalle der Entölung regelmäßig anhand der dokumentierten Ölzugaben anzupassen.
Dokumentation der Entölung
Folgende Punkte sind zu dokumentieren:
- Datum
- Uhrzeit
- entnommene Ölmenge
- Auffälligkeiten
- Unterschrift von entölender Person und Sicherungsperson
Zusammenhang zwischen Ölnachfüllung und Entölung
Protokolle zur Ölzugabe und zur Entölung zeigen sehr zuverlässig, ob der Ölkreislauf der Anlage im Gleichgewicht ist. Wer viel Öl nachfüllt, muss in der Regel auch viel entölen – und umgekehrt: Wird kaum Öl nachgefüllt, darf auch nur wenig Öl im Abscheider anfallen.
Ein Ungleichgewicht – zum Beispiel häufiges Nachfüllen, aber kaum entnommenes Öl – deutet auf Probleme im System hin, wie etwa eine unzureichende Öl-Rückführung, Ölansammlungen im Verdampfer oder verschlissene Komponenten.
Ebenso kritisch ist der Fall viel entnommenes Öl, aber kaum Ölzugabe. Dies kann ein Hinweis auf Kältemittelmangel, ein Rückführungsproblem oder Fehlfunktionen im Ölsystem sein und muss überprüft werden.
Altöl-Entsorgung
Das Öl ist als Sonderabfall zu entsorgen. Vorgaben aus Abfallrecht und Herstellerdokumenten sind verbindlich.