Der Eismeister

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Ammoniak oder Frigene? Vergleich von Kältemitteln in Eissporthallen

In Eissporthallen kommen unterschiedliche Kältemittel zum Einsatz. Größere Anlagen werden häufig mit Ammoniak (R717) betrieben, während insbesondere kleinere oder modernisierte Anlagen auch fluorierte Kältemittel verwenden. Der Begriff „Frigen“ wird umgangssprachlich häufig als Sammelbegriff für fluorierte Kältemittel verwendet, obwohl er ursprünglich ein Markenname war.

Beide Stoffgruppen unterscheiden sich hinsichtlich ihrer physikalischen Eigenschaften, Sicherheitsanforderungen, Umweltwirkungen und typischen Einsatzbereiche. Dieser Artikel stellt die wichtigsten Unterschiede objektiv gegenüber.

Hinweis:
Der Begriff „Frigen“ umfasst verschiedene fluorierte Kältemittel. Je nach verwendetem Stoff können sich einzelne Eigenschaften unterscheiden. Die nachfolgende Übersicht beschreibt typische Merkmale dieser Kältemittelgruppe.

1. Ammoniak und Frigene

Ammoniak (NH₃ bzw. R717) gehört zu den natürlichen Kältemitteln und wird seit vielen Jahrzehnten in Industrie- und Großkälteanlagen eingesetzt. Fluorierte Kältemittel werden dagegen synthetisch hergestellt und umfassen zahlreiche Stoffe mit unterschiedlichen Eigenschaften und Anwendungsbereichen.

Welche Lösung eingesetzt wird, hängt unter anderem von der Anlagengröße, dem Einsatzgebiet, den gesetzlichen Rahmenbedingungen sowie dem Sicherheitskonzept des Betreibers ab.

2. Technischer Vergleich

Eigenschaft Ammoniak (R717) Fluorierte Kältemittel („Frigene“)
Chemische Stoffgruppe Natürliches Kältemittel Synthetische Kältemittel
Geruch Stechender Geruch, bereits in geringer Konzentration wahrnehmbar In der Regel geruchlos
Wahrnehmbarkeit einer Leckage Kann aufgrund des Geruchs häufig frühzeitig erkannt werden Mit den menschlichen Sinnen meist nicht wahrnehmbar
Verhalten bei Austritt Gas ist leichter als Luft und steigt grundsätzlich nach oben Viele fluorierte Kältemittel sind schwerer als Luft und sammeln sich bodennah
Position der Gaswarnsensoren Im oberen Bereich des Maschinenraums Im unteren Bereich des Maschinenraums
Hauptgefahr Giftige und reizende Wirkung Sauerstoffverdrängung bei größeren Leckagen möglich
Umwelt Kein Ozonabbaupotenzial und sehr geringes Treibhauspotenzial Je nach Kältemittel unterschiedlich; teilweise hohes Treibhauspotenzial
Energieeffizienz Wird häufig in großen Kälteanlagen eingesetzt Abhängig vom jeweiligen Kältemittel und Anwendungsbereich

3. Sicherheit

Beide Stoffgruppen erfordern geeignete Schutzmaßnahmen. Art und Umfang unterscheiden sich jedoch aufgrund ihrer unterschiedlichen Eigenschaften.

Ammoniak:
  • charakteristischer Geruch
  • reizend für Augen und Atemwege
  • toxische Wirkung bei höheren Konzentrationen
  • Gaswarnanlage und organisatorische Schutzmaßnahmen erforderlich

Fluorierte Kältemittel:
  • meist geruchlos
  • Leckagen können zunächst unbemerkt bleiben
  • bei größeren Leckagen kann Sauerstoff verdrängt werden
  • Gaswarnanlage entsprechend dem eingesetzten Kältemittel auslegen

4. Umwelt und Energieeffizienz

Ammoniak besitzt sehr gute thermodynamische Eigenschaften und wird deshalb häufig in großen Industrie- und Eissportanlagen eingesetzt. Fluorierte Kältemittel decken dagegen ein sehr breites Spektrum an Anwendungen ab. Ihre Umweltwirkung hängt vom jeweiligen Stoff ab und unterscheidet sich teilweise erheblich.

Im Rahmen der europäischen F-Gase-Verordnung werden Kältemittel mit hohem Treibhauspotenzial schrittweise ersetzt oder in ihrer Verwendung eingeschränkt.

5. Typische Einsatzbereiche von Ammoniak und fluorierten Kältemitteln

Welche Kältemittel eingesetzt werden, hängt unter anderem von der Anlagengröße, der erforderlichen Kälteleistung, dem Sicherheitskonzept und den gesetzlichen Rahmenbedingungen ab. In der Praxis haben sich für beide Stoffgruppen unterschiedliche Einsatzbereiche etabliert.

Ammoniak (R717)

Ammoniak wird aufgrund seiner Eigenschaften häufig in Anlagen mit hoher Kälteleistung eingesetzt. Typische Anwendungsbereiche sind:

  • große Eissporthallen
  • Industriekälte
  • Kühlhäuser und Tiefkühllager
  • Lebensmittelindustrie
  • Brauereien
  • größere Produktionsbetriebe

Fluorierte Kältemittel ("Frigene")

Fluorierte Kältemittel kommen häufig in kleineren oder dezentralen Kälteanlagen zum Einsatz. Typische Anwendungsbereiche sind:

  • kleinere Eissportanlagen
  • mobile Eisbahnen
  • Supermärkte und Kühlmöbel
  • Klimaanlagen
  • Wärmepumpen
  • gewerbliche Kälteanlagen

Die genannten Einsatzbereiche stellen typische Beispiele dar. Welche Kältemittel tatsächlich verwendet werden, hängt immer von der jeweiligen Anlage, dem Baujahr, den technischen Anforderungen und den geltenden gesetzlichen Vorgaben ab.

6. Fazit

Ammoniak und fluorierte Kältemittel unterscheiden sich in ihren physikalischen Eigenschaften, den Sicherheitsanforderungen und den typischen Einsatzbereichen. Während Ammoniak überwiegend in größeren Industrie- und Eissportanlagen eingesetzt wird, finden sich fluorierte Kältemittel häufig in kleineren oder dezentralen Kälteanlagen. Welches Kältemittel verwendet wird, richtet sich nach den technischen Anforderungen, dem Sicherheitskonzept, den gesetzlichen Vorgaben und den betrieblichen Rahmenbedingungen.

Stand: 17.08.2026 – regelmäßige fachliche Überprüfung empfohlen.

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