Der Eismeister

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REALice – Wasseraufbereitung für die Eisbereitung

Neben klassischen Verfahren zur Wasseraufbereitung werden inzwischen auch Systeme angeboten, die das Wasser vor der Eisbereitung physikalisch behandeln sollen. Eines dieser Systeme ist REALice® des Herstellers H2Ovortex. Nach Herstellerangaben wird das Wasser dabei mithilfe der patentierten Vortex Process Technology (VPT) behandelt. Ziel ist es, die Eigenschaften des Wassers so zu verändern, dass sich Eisqualität, Energieverbrauch und Wartungsaufwand positiv beeinflussen lassen.

Das System wird sowohl für den Eisaufbau als auch für die laufende Eispflege angeboten. Nach Angaben des Herstellers soll dadurch unter anderem der Einsatz von kaltem Wasser anstelle von Warmwasser möglich sein. Gleichzeitig werden Verbesserungen bei der Eisqualität sowie Einsparungen beim Energieverbrauch beschrieben.

Hinweis des Autors:
Ich selbst habe bisher noch nicht mit einem REALice-System gearbeitet und kann deshalb keine eigenen Praxiserfahrungen oder Bewertungen wiedergeben. Die folgenden Informationen beruhen auf veröffentlichten Herstellerunterlagen, Präsentationen sowie den dort genannten Untersuchungen und Praxisberichten. Dieser Artikel stellt keine Kaufempfehlung dar, sondern soll das Verfahren sachlich beschreiben.

1. Funktionsprinzip

Nach Angaben des Herstellers arbeitet REALice® mit der sogenannten Vortex Process Technology (VPT). Dabei wird Wasser durch ein speziell aufgebautes Strömungssystem geleitet, wodurch eine intensive Wirbelbewegung entstehen soll.

Ziel dieser Behandlung ist es nach Herstellerangaben unter anderem, gelöste Mikroblasen aus dem Wasser zu entfernen und die physikalischen Eigenschaften des Wassers zu verändern. Dadurch soll das Wasser beim Gefrieren ein dichteres Eis bilden.

Nach Angaben des Herstellers soll die VPT-Technologie unter anderem:
  • Mikroblasen aus dem Wasser entfernen,
  • die Wärmeübertragung verbessern,
  • die Eisbildung beschleunigen,
  • den Einsatz von kaltem Wasser ermöglichen und
  • den Wartungsaufwand reduzieren.

Für die Wasseraufbereitung werden nach Herstellerangaben keine Chemikalien, Filter, Membranen oder zusätzlichen Energiequellen benötigt. Das System besitzt keine beweglichen Bauteile und wird direkt in die Wasserleitung eingebaut.

2. Aufbau des Systems

REALice® wird als kompaktes Rohrleitungssystem geliefert und unmittelbar in die Wasserleitung integriert. Die Wasseraufbereitung erfolgt ausschließlich während des Durchflusses durch das Gerät.

Nach Herstellerangaben stehen verschiedene Gerätegrößen zur Verfügung, die sich nach dem benötigten Wasserdurchsatz richten. Das Grundprinzip bleibt dabei identisch.

Merkmale laut Hersteller:
  • keine beweglichen Teile
  • keine Filtereinsätze
  • keine Chemikalien
  • keine zusätzliche Stromversorgung
  • Einbau direkt in die Wasserleitung
  • geringer Wartungsaufwand

Nach Herstellerangaben eignet sich das System sowohl für neue als auch für bestehende Eissportanlagen und kann ohne größere Änderungen in vorhandene Wassersysteme integriert werden.

3. Anwendung in Eissportanlagen

REALice® wird für zwei zentrale Bereiche einer Eissportanlage angeboten: für den Eisaufbau und für die laufende Eispflege mit der Eisbearbeitungsmaschine.

Der wesentliche Ansatz besteht darin, das für die Eisbereitung verwendete Wasser vor dem Auftrag durch das REALice-System zu führen. Nach Herstellerangaben kann dadurch Wasser mit deutlich niedrigerer Temperatur verwendet werden als bei klassischen Verfahren mit Warmwasser.

Herstellerangabe:
REALice beschreibt den Einsatz von kaltem Wasser für die Eisaufbereitung, teilweise im Bereich von etwa 10 bis 15 °C. Welche Wassertemperatur im konkreten Betrieb sinnvoll ist, hängt jedoch von Anlage, Wasserqualität, Eisstärke, Hallenklima und gewünschter Eisqualität ab.

3.1 Einsatz beim Eisaufbau

Beim Aufbau einer neuen Eisfläche werden viele dünne Wasserschichten nacheinander aufgebracht. Traditionell wird dafür häufig wärmeres Wasser verwendet, weil dadurch unter anderem gelöste Gase reduziert und ein möglichst klares, homogenes Eis angestrebt werden.

REALice verfolgt einen anderen Ansatz. Nach Herstellerangaben soll die vorherige Behandlung des Wassers dazu führen, dass auch mit deutlich kälterem Wasser eine dichte und gleichmäßige Eisstruktur aufgebaut werden kann.

Vom Hersteller genannte mögliche Effekte:
  • geringerer Energieeintrag durch kälteres Aufbereitungswasser
  • schnelleres Gefrieren der aufgetragenen Wasserschicht
  • weniger eingeschlossene Luftblasen
  • dichteres und härteres Eis
  • geringerer Wärmeeintrag in die Eisfläche

Diese Effekte sind als Herstellerangaben beziehungsweise als Ergebnisse aus den veröffentlichten Praxisberichten zu verstehen. Sie lassen sich nicht ohne Weiteres auf jede Eissportanlage übertragen.

3.2 Einsatz bei der laufenden Eispflege

Auch bei der laufenden Eisaufbereitung mit der Eisbearbeitungsmaschine wird REALice-behandeltes Wasser eingesetzt. Der Hersteller beschreibt, dass sich dadurch die Temperatur des Pflegewassers deutlich reduzieren lässt.

Sinkt die Temperatur des aufgetragenen Wassers, muss die Kälteanlage entsprechend weniger Wärme aus der neu aufgebrachten Wasserschicht entfernen. Daraus ergibt sich grundsätzlich ein mögliches Energieeinsparpotenzial.

Wie groß dieser Effekt tatsächlich ist, hängt jedoch von vielen Faktoren ab:

  • Temperatur des Pflegewassers
  • aufgetragene Wassermenge
  • Eisdicke
  • Eisoberflächentemperatur
  • Hallentemperatur und Luftfeuchtigkeit
  • Kälteanlage und Regelung
  • Häufigkeit der Eisaufbereitung
  • Auslastung der Eisfläche
Wichtig:
Die Einsparung entsteht nicht allein durch das REALice-System. Entscheidend ist vor allem, ob durch die Wasserbehandlung tatsächlich mit niedrigerer Wassertemperatur gearbeitet werden kann, ohne dass sich die gewünschte Eisqualität verschlechtert.

3.3 Warmwasser oder Kaltwasser?

Die Frage nach der richtigen Wassertemperatur für die Eisaufbereitung wird in Eissporthallen unterschiedlich beantwortet. Warmes Wasser wird traditionell eingesetzt, weil es beim Gefrieren häufig eine glatte und transparente Oberfläche erzeugt.

Gleichzeitig bedeutet warmes Pflegewasser einen zusätzlichen Wärmeeintrag in die Eisfläche. Diese Wärme muss anschließend von der Kälteanlage wieder abgeführt werden.

Das REALice-System setzt genau an diesem Punkt an: Durch die physikalische Behandlung des Wassers soll nach Herstellerangaben die Verwendung deutlich kälteren Wassers möglich sein, ohne die Eisqualität negativ zu beeinflussen.

Sachliche Betrachtung:
Ob kaltes Pflegewasser in einer bestimmten Halle tatsächlich zu gleich guter oder besserer Eisqualität führt, sollte im praktischen Betrieb unter kontrollierten Bedingungen getestet werden. Sinnvoll wäre dabei, Wasserverbrauch, Wassertemperatur, Eisoberflächentemperatur, Energieverbrauch und Eisqualität über einen längeren Zeitraum zu dokumentieren.

3.4 Auswirkungen auf den Arbeitsablauf des Eismeisters

Für den Eismeister verändert sich durch den Einbau eines solchen Systems zunächst vor allem die Art der Wasseraufbereitung. Die eigentliche Arbeitsweise mit der Eisbearbeitungsmaschine bleibt grundsätzlich gleich.

Interessant wird das System dort, wo sich tatsächlich mit geringeren Wassertemperaturen arbeiten lässt. In diesem Fall können sich unter anderem folgende betriebliche Veränderungen ergeben:

  • geringerer Energiebedarf für die Erwärmung des Pflegewassers
  • geringerer Wärmeeintrag in die Eisfläche
  • möglicherweise kürzere Gefrierzeiten nach der Eisaufbereitung
  • verändertes Verhalten der Eisoberfläche
  • möglicherweise geringerer Schnee- oder Spananteil bei späterer Bearbeitung

Diese Punkte sollten nicht als allgemeingültige Wirkung verstanden werden, sondern als mögliche Effekte, die in den Herstellerunterlagen und Praxisberichten beschrieben werden.

Für einen eigenen Praxistest sinnvoll:
  • Ausgangszustand vor Einbau dokumentieren
  • Pflegewassertemperatur festhalten
  • Energieverbrauch der Kälteanlage vergleichen
  • Eisoberflächentemperaturen messen
  • Wasserverbrauch erfassen
  • Eisqualität durch mehrere erfahrene Eismeister beurteilen
  • Zeiträume mit vergleichbarer Nutzung und ähnlichem Hallenklima vergleichen

6. Sachliche Einordnung

REALice® gehört zu den Systemen, die eine physikalische Wasseraufbereitung für die Eisbereitung anbieten. Ziel ist es, die Eigenschaften des Wassers vor dem Gefrieren zu beeinflussen und dadurch die Eisqualität sowie den Energiebedarf einer Eissportanlage positiv zu verändern.

Die dem Autor vorliegenden Unterlagen umfassen Herstellerinformationen, technische Beschreibungen, Anwenderberichte sowie Hinweise auf Untersuchungen und Praxisversuche. Diese Unterlagen liefern interessante Anhaltspunkte für die Funktionsweise und den praktischen Einsatz des Systems.

Sachliche Einordnung:
Die beschriebenen Vorteile beruhen überwiegend auf Herstellerunterlagen und veröffentlichten Praxisberichten. Sie können Hinweise auf mögliche Effekte geben, stellen jedoch keine allgemeingültigen Aussagen für jede Eissportanlage dar.

Ob sich die beschriebenen Verbesserungen tatsächlich einstellen, hängt von zahlreichen Einflussgrößen ab. Dazu gehören unter anderem die Wasserqualität, die Wasserhärte, das Hallenklima, die Kälteanlage, die Regelungstechnik, die Eisdicke sowie die betriebliche Nutzung der Eisfläche.

Betreiber, die den Einsatz eines solchen Systems prüfen möchten, sollten deshalb ihre Anlage möglichst über einen längeren Zeitraum beobachten und objektive Messwerte miteinander vergleichen.

Für einen aussagekräftigen Vergleich eignen sich beispielsweise:
  • Energieverbrauch der Kälteanlage
  • Temperatur des Pflegewassers
  • Eistemperatur
  • Wasserverbrauch
  • Häufigkeit der Eisaufbereitung
  • Wartungsaufwand
  • Eisqualität über einen längeren Zeitraum

7. Fazit

REALice® stellt einen interessanten Ansatz zur physikalischen Wasseraufbereitung für Eissportanlagen dar. Nach Herstellerangaben soll das Verfahren unter anderem den Einsatz von kälterem Wasser ermöglichen und dadurch sowohl die Eisqualität als auch die Energieeffizienz verbessern.

Die veröffentlichten Praxisberichte und Untersuchungen liefern hierzu interessante Hinweise. Gleichzeitig sollte berücksichtigt werden, dass sich die Ergebnisse auf die jeweils untersuchten Anlagen beziehen und nicht ohne Weiteres auf andere Eissporthallen übertragen werden können.

Betreiber, die sich für das System interessieren, sollten deshalb die Angaben des Herstellers als Grundlage für eine eigene technische Bewertung nutzen und mögliche Veränderungen anhand objektiver Betriebsdaten ihrer eigenen Anlage überprüfen.

Hinweis des Autors:
Dieser Artikel dient ausschließlich der technischen Information. Die Nennung des Herstellers und des Produktes REALice® stellt weder eine Empfehlung noch eine Bewertung dar. Eigene Praxiserfahrungen mit dem System liegen dem Autor zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht vor.

Stand: September 2026 – regelmäßige fachliche Überprüfung empfohlen.

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