Die Kälteanlage sorgt dafür, dass aus Wasser eine belastbare Eisfläche wird und
diese während des Betriebs erhalten bleibt. Sie nimmt Wärme unter der Eisfläche
auf, transportiert sie in den Maschinenraum und gibt sie dort wieder ab.
Eissporthallen unterscheiden sich vor allem durch die Art der Eisflächenkühlung,
das verwendete Kältemittel und die Möglichkeiten zur Wärmerückgewinnung. Diese
Seite erklärt die wichtigsten Grundlagen; ausführliche Themen sind auf den
weiterführenden Fachseiten verlinkt.
1. Aufgabe einer Kälteanlage
Unter der Eisfläche wird dem Wasser Wärme entzogen, bis es gefriert. Während des
laufenden Betriebs gelangt durch Luft, Beleuchtung, Besucher und Nutzung ständig
neue Wärme auf das Eis. Die Kälteanlage nimmt diese Wärme auf und führt sie über
den Maschinenraum nach außen oder einer Wärmerückgewinnung zu.
2. Direkte und indirekte Kühlung
Bei der direkten Kühlung strömt das Kältemittel unmittelbar durch
die Rohrleitungen unter der Eisfläche. Bei einer indirekten Kühlung
kühlt das Kältemittel zunächst einen Kälteträger in einem Wärmeübertrager. Dieser
Kälteträger, beispielsweise Sole oder Wasser-Glykol, fließt anschließend zur
Eisfläche.
Beide Systeme haben Vor- und Nachteile. Entscheidend sind unter anderem Bestand
und Größe der Anlage, Kältemittelmenge, Sicherheitskonzept, Energiebedarf,
Wartungsaufwand und geplante Erweiterungen. Eine pauschal beste Lösung gibt es
nicht.
3. Die wichtigsten Komponenten
Eine Kälteanlage besteht aus mehreren Bauteilen, die als Kreislauf zusammenarbeiten:
Verdichter: Verdichtet das gasförmige Kältemittel auf ein höheres Druckniveau.
Verflüssiger: Gibt die aufgenommene Wärme an Luft oder Wasser ab.
Expansionsventil: Senkt den Druck des Kältemittels für den nächsten Kreislaufabschnitt.
Verdampfer: Nimmt Wärme aus der Eisfläche oder aus einem Kälteträger auf.
Die Wärme, welche die Kälteanlage abführt, kann oft sinnvoll weiterverwendet werden.
Je nach Anlage eignet sie sich beispielsweise für Warmwasser, Heizung,
Lüftungsanlagen, die Schneeschmelzgrube oder angrenzende Gebäude.
Wärmerückgewinnung verbessert die Gesamtwirtschaftlichkeit einer Eissporthalle.
Sie sollte deshalb bei Neubauten, Modernisierungen und größeren Reparaturen immer
mitgedacht werden.
5. Kältemittel und Kälteträger
In vielen Eissporthallen wird Ammoniak als Kältemittel eingesetzt. Es ist sehr
effizient und hat keine relevante direkte Klimawirkung. Wegen seiner giftigen
Eigenschaften benötigt eine Ammoniak-Kälteanlage jedoch ein klares Sicherheits-
und Betriebskonzept.
Weitere natürliche Kältemittel sind beispielsweise CO₂ und Propan. Daneben gibt
es synthetische Kältemittel, deren Einsatz wegen Umwelt- und F-Gas-Regelungen
zunehmend eingeschränkt wird. Bei indirekten Anlagen transportieren häufig Sole
oder Wasser-Glykol die Kälte vom Wärmeübertrager zur Eisfläche.
Der charakteristische Geruch von Ammoniak kann ein Warnzeichen sein. Er ersetzt
jedoch niemals eine fachgerecht geplante Gaswarnanlage, regelmäßige Prüfungen und
einen Alarm- und Gefahrenabwehrplan.
6. Sicherheit, Wartung und Fachkunde
Eine Kälteanlage ist nur dann dauerhaft effizient und sicher, wenn sie regelmäßig
kontrolliert, gewartet und dokumentiert wird. Dazu gehören unter anderem
Kontrollgänge im Maschinenraum, Gaswarnanlage, Lüftung, Not-Aus-System,
Sicherheitsausrüstung und die vorgeschriebenen Prüfungen.
Bei Ammoniak-Kälteanlagen müssen Personal, Bereitschaftsdienst und Feuerwehr die
örtlichen Abläufe kennen. Der Alarm- und Gefahrenabwehrplan legt fest, wer im
Ereignisfall welche Aufgaben übernimmt.
Planung, Umbau oder Modernisierung einer Kälteanlage benötigen Fachwissen aus
Kältetechnik, Energieeffizienz und Anlagensicherheit. Aus eigener Erfahrung kann
ich EffektivPlan als Ansprechpartner für Planung und Beratung nennen. Die Nennung
erfolgt ohne Vergütung und stellt keine allgemeine Qualitätsbewertung dar.
Die folgende Übersicht nennt weitere Unternehmen aus dem Bereich Kälteanlagenbau.
Sie ist nicht vollständig, erfolgt ohne Vergütung und stellt keine Qualitäts- oder
Leistungsempfehlung dar.
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