Der Eismeister

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Überwachung von Kälteträgern und Kühlwasser

Eissporthallen können mit direkter oder indirekter Kühlung arbeiten. Bei einer direkten Kühlung zirkuliert Ammoniak direkt in den Rohrleitungen unter der Eisfläche. Bei einer indirekten Kühlung bleibt das Ammoniak im Kältemittelkreislauf und kühlt über einen Wärmeübertrager einen Kälteträger, beispielsweise Sole, Wasser-Glykol oder Wasser.

In beiden Anlagenarten gibt es Bereiche, in denen Ammoniak von anderen Medien getrennt sein muss. Wird ein Wärmeübertrager undicht, kann Ammoniak beispielsweise in Sole, Wasser-Glykol oder Kühlwasser gelangen. Bei wassergekühlten Rohrbündelwärmetauschern betrifft dies insbesondere das Kühlwasser.

Die Überwachung dieser Flüssigkeitskreisläufe erkennt einen möglichen Stoffübergang frühzeitig. So kann nach dem Alarm- und Gefahrenabwehrplan gehandelt werden, bevor belastetes Medium weiter im Kreislauf verteilt oder abgegeben wird.

1. Direkte und indirekte Kühlung

Bei indirekter Kühlung überwacht ein Detektor den Kälteträgerkreislauf, damit Ammoniak in Sole, Wasser-Glykol oder Wasser erkannt wird. Bei wassergekühlten Verflüssigern oder Rohrbündelwärmetauschern wird zusätzlich das Kühlwasser überwacht. Diese Überwachung ist unabhängig davon sinnvoll, ob die Eisfläche direkt oder indirekt gekühlt wird.

Die Flüssigkeitsüberwachung ersetzt nicht die Gaswarnanlage im Maschinenraum. Die Gaswarnanlage überwacht die Raumluft. Die Kälteträger- oder Kühlwasserüberwachung erkennt dagegen Ammoniak innerhalb eines Flüssigkeitskreislaufs.

2. Messverfahren im Vergleich

  • pH-Messung: Erkennt eine Veränderung des pH-Werts im Medium. Sie ist eine indirekte Messung und kann auch durch Wasserqualität, Zusätze oder Temperatur beeinflusst werden.
  • Ionenselektive Messung: Erfasst die Ammoniakkonzentration im Flüssigkeitsmedium gezielter. Sie eignet sich für die frühzeitige Leckageüberwachung, benötigt aber eine passende Einbausituation, regelmäßige Kontrolle und Kalibrierung.

Welche Messmethode geeignet ist, hängt vom vorhandenen Medium, dem Messbereich, Temperatur, Druck und den betrieblichen Anforderungen ab.

3. Anforderungen nach TRAS 110

Die TRAS 110 fordert bei indirekten Kühl- oder Heizsystemen Detektoren zur Feststellung von Kältemittel im Kälte- beziehungsweise Wärmeträgerkreislauf. Die Alarmierung muss im Maschinenraum und an einer ständig besetzten Stelle erfolgen. Diese Anforderung gilt auch für den Kühlwasserkreislauf der Verflüssiger.

Welche Alarmgrenzen und weiteren Maßnahmen ausgelöst werden, muss für die jeweilige Anlage im Schutzkonzept sowie im Alarm- und Gefahrenabwehrplan festgelegt sein.

4. Messstelle, Alarm und Wartung

Die Messstelle muss so ausgewählt werden, dass der betreffende Wärmeübertrager zuverlässig überwacht wird. Sie braucht eine repräsentative Durchströmung und muss für Wartung, Kalibrierung und Austausch gut erreichbar sein.

  • Einbauort und Durchströmung nach Anlagenplanung festlegen.
  • Eignung für Sole, Wasser-Glykol oder Kühlwasser prüfen.
  • Messwert, Alarmmeldung und Störmeldung an die Anlagensteuerung weiterleiten.
  • Bei Alarm den betroffenen Kreislauf nach Alarm- und Gefahrenabwehrplan bewerten.
  • Belastetes Wasser, Sole oder Wasser-Glykol nicht unkontrolliert ablassen.
  • Messzelle, Messumformer und Alarmweiterleitung regelmäßig prüfen und dokumentieren.

5. Beispiel einer Lösung

ExTox bietet mit dem NH3-20-IS einen Transmitter zur Leckageüberwachung von Ammoniak in Wasser, Wasser-Glykol und Sole an. Das System arbeitet mit einer ionenselektiven Elektrode und besitzt Ausgänge für Alarm- und Störmeldungen.

👉 TRAS 110 – Sicherheitstechnische Anforderungen an Ammoniak-Kälteanlagen

Stand: 14.09.2026 – regelmäßige fachliche Überprüfung empfohlen.

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